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Detmold: Erinnern und Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Pressemeldung vom 17. Januar 2013, 08:48 Uhr

„gedenken erfahren“ – zentrale Gedenkfeier im Gymnasium Leopoldinum

Detmold. „gedenken erfahren“ – unter diesem Titel steht die zentrale Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus, die dieses Jahr von Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Leopoldinum gestaltet wird. Im Anschluss an die Gedenkfeier, die am Sonntag, den 27. Januar um 15:30 Uhr in der Aula des Leopoldinums stattfindet, wird auch eine von den Schülerinnen und Schülern entwickelte Ausstellung eröffnet. In Koffern, gefüllt mit alltäglichen Gegenständen, Fotos und Kleidung, rekonstruieren die Schülerinnen und Schüler das Leben von Opfern des Nationalsozialismus. „Es geht darum, die Zeit, das Leben der Betroffenen erfahrbar zu machen; so wie es gewesen sein könnte“, erklärte der betreuende Lehrer Daniel Wilke beim Pressegespräch im Leopoldinum.

Die verschiedenen Koffer sind dabei einzelnen Opfergruppen gewidmet. „Wir möchten zeigen, dass uns dieses Thema beschäftigt – das es uns alle angeht“, betonte Malin Plöger. Die Gymnasiastin gestaltete auch das Veranstaltungsplakat zur zentralen Gedenkveranstaltung. In ihrer Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit suchten die Schülerinnen und Schüler aber auch immer wieder den Bezug zum Hier und Jetzt: Was bedeutet Gedenken heute? Wie wird Gedenken in der heutigen Zeit erfahren? Und wie wird heute mit den Themen Ausgrenzung, Verfolgung und Schuld umgegangen? Die Ausstellung wird vom 27. Januar bis zum 30. Januar in den Räumen des Leopoldinums zu sehen sein.
Die zentrale Gedenkveranstaltung im Leopoldinum wird begleitet von einem vielschichtigen und anspruchsvollen Programm rund um den Gedenktag am 27. Januar. Das Gesamtprogramm startet bereits am 22. Januar um 19:30 Uhr in der Buchhandlung „Kafka & Co“: Ensemblemitglieder des Landestheaters Detmold gestalten unter dem Titel „Echolot. Deutsche Wirklichkeiten in Tagebuchaufzeichnungen von Sophie Scholl bis Joseph Goebbels“ eine Lesung. Am Sonntag, den 27. Januar richtet die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Berlebeck einen Gottesdienst zum Thema „Erinnern und Gedenken“ aus. Außerdem ist ab dem 27. Januar bis zum 8. Februar in der Eingangshalle des Rathauses die Installation „Die umgelogene Wirklichkeit – das technokratische Selbstbild. Adolf Eichdorf und der bürokratische Massenmord an den Juden“ zu sehen. Aus dem Engagement eines Detmolder Bürgers und Bielefelder Studenten hervorgegangen, steht die Installation in engem Zusammenhang mit der Vorführung von Claude Lanzmanns Filmwerk „Shoah“. In zwei Teilen wird dieser am Samstag, dem 9. Februar ab 13:30 Uhr und Sonntag, dem 10 Februar ab 13:00 Uhr im Hangar 21 gezeigt.

Eindrücklich Bilder, die den Schrecken der NS-Zeit dokumentieren, stellt auch die Ausstellung „Rivisitazione. Wiederbegegnung mit Flossenbürg und Hersbruck“ vor Augen. In Anwesenheiten des Künstlers und Zeitzeugen Vittore Bocchetta aus Verona (Italien) wird die Ausstellung am 29. Januar um 16 Uhr im Rathaus am Markt eröffnet.
Am Donnerstag, den 31. Januar hält Dr. Katrin Stoll vom Deutschen Historischen Institut Warschau einen Vortrag unter dem Titel „Überlebende als Zeugen im Bielefelder Bialistok-Prozess (1965-1967). Der Vortrag im Landesarchiv NRW beginnt um 19 Uhr.
Der bebilderte Vortrag von Jan Raabe und Dr. Karsten Wilke, ausgerichtet von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Detmold und dem Verein Politik und Kultur Detmold (PuK e.V.), gibt Einblicke in die aktuelle neonazistische Szene in Ostwestfalen-Lippe. Er findet am Donnerstag, den 7. Februar um 19.30 Uhr im Gymnasium Leopoldinum statt.
Zu einem weiteren Vortrag und anschließender Diskussion lädt die Buchhandlung „Kafka & Co.“ am 13. Februar, um 19:30 Uhr ein. Prof. Dr. Arno Klönne referiert dann zum Thema „Zur Erinnerung nicht geeignet? Weshalb über viele Gegner des NS-Staates geschwiegen wurde“.
Bei Fragen steht die städtische Pressereferentin Petra Schröder-Heidrich als Ansprechpartnerin unter der Telefonnummer 05231 / 977-646 zur Verfügung. Das komplette Programm mit allen wichtigen Angaben zu den einzelnen Veranstaltungen liegt in den städtischen Einrichtungen aus und steht im Internet unter www.detmold.de.

Quelle: Stadt Detmold

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