Krefeld: Zweiter Krefelder Psychiatrietag in der VHS – Schwerpunktthema sind die ausländischen Mitbürger

Pressemeldung vom 4. September, 2009, 2:29 pm

Krefeld. Die erste Generation der in Krefeld zugewanderten ausländischen Arbeitnehmer hat längst das Rentenalter erreicht. Sie teilt damit das Schicksal vieler hochbetagten Deutschen. Die Zahl der Demenzkranken wächst. In der zweiten Generationen der Ausländer könnte wegen des Gefühls der unklaren Zugehörigkeit („welcher Kultur gehöre ich an“?) die Zahl der Personen mit psychischen Problemen größer werden. Grund genug also für die Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft (PSAG), das Thema psychische Erkrankungen und Migranten zum Schwerpunkt des 2. Krefelder Psychiatrietags zu machen. Denn die Zahl der Betroffenen unter den Migranten steigt stark an. Am Mittwoch, 9. September, geht es zwischen 16 und 21 Uhr in der Volkshochschule am Von-der-Leyen-Platz mit Information, Kabarett, Kultur und „Fastenbrechpause“ darum, viele Migranten zu erreichen und über die bestehenden Angebote zu informieren. Vorarbeiten dazu sind in den diversen Migrantenhauptgruppen der rund 34 000 Köpfe zählenden Krefelder Ausländergemeinde gemacht worden. Über viele Kanäle, über Moscheen und Kulturvereine, über Sportvereine und Jugendzentren, wurden die größten Bevölkerungsgruppen der Migranten, die Russen und Russlanddeutschen, Türken, Italiener, Polen und Griechen informiert. Seit ein, zwei Jahren wächst in diesen Gruppen auch die Sensibilität für das Thema, hat Nuraj Öczan, die in der Untergruppe „Erwachsenenpsychatrie“ bei der PSAG mitarbeitet, beobachtet. Mit „Hoffnung“ ist der Psychiatrietag in verschiedenen Sprachen überschrieben. Und es ist ein Hauptanliegen des Informationsteils, auf die verschiedenen Angebote zu Hilfe und Selbsthilfe aufmerksam zu machen, die es in Krefeld für psychisch Kranke und deren Angehörige gibt,. Eine Diskussionsrunde, an der vorwiegend Ärzte und Experten mit nicht-deutscher Herkunft teilnehmen, soll eine passgenaue Informationsbrücke zu den Migranten mit ihrem unterschiedlich kulturellen Hintergrund schlagen. Zu diesen kulturellen Unterschiedlichkeiten gehört im September eben auch, dass Angehörige der islamischen Glaubensrichtungen den Fastenmonat Ramadan begehen. Deswegen wurde für die Veranstaltung auch gegen Sonnenuntergang eine großzügige Pause zum Fastenbrechen eingeräumt. Das abendliche Theater- und Kabarettprogramm, ab 20.30 Uhr, bestreiten Mitglieder der „Islamischen Denkfabrik“.

Quelle: Stadt Krefeld – Pressestelle

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