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Bad Honnef: „Gedenkstein gegen das Vergessen“ in der Bad Honnefer Fußgängerzone

Pressemeldung vom 15. Januar 2013, 16:11 Uhr

Bad Honnef. Gewalt an Kindern gehört zu den abscheulichsten Verbrechen. Der Verein „Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen“ setzt mit dem „Gedenkstein gegen das Vergessen“ ein Zeichen, um an den verschwundenen Saarbrücker Jungen Pascal Zimmer zu erinnern und damit an alle Kinder, denen schweres Leid zugefügt wurde. Der Gedenkstein wurde neben dem Vogelbrunnen in der Bad Honnefer Fußgängerzone aufgestellt, damit möglichst viele Passanten auf ihn aufmerksam werden und im Alltagsgeschäft einen Moment inne halten, um sich über die Botschaft des Steines Gedanken zu machen. Bis Anfang Februar bleibt er hier in Bad Honnef, danach wird er in der nächsten Stadt aufgestellt.

Bürgermeisterin Wally Feiden erklärte bei der Auftaktveranstaltung: „Schauen wir hin, seien wir aufmerksam. Das ist es, was die Aktion uns sagen kann. Denken wir an alle Kinder dieser Welt, die nicht einfach glücklich sein können.“ Mit dem Stein werde entgegen der schnelllebigen Medienlandschaft ein dauerhafter Weg gewählt, um an misshandelte Kinder zu erinnern. Er lasse sich nicht wegzappen wie so manche andere unangenehme Nachricht. „Er erhöht die Aufmerksamkeit und signalisiert: Denkt an die Kinder, sie müssen beschützt werden“, sagte die Bürgermeisterin und wies darauf hin, dass das städtische Jugendamt ein Informationsblatt „Kinderschutz geht alle an“ ausliegen hat. Niemand sollte sich scheuen, den Kontakt mit dem Jugendamt zu suchen.

Hauptsache Familie Bündnis für Bad Honnef hatte die Organisation übernommen, damit der Gedenkstein in Bad Honnef aufgestellt werden konnte. Vorsitzende Dr. Beate Schaaf stellte heraus, dass das Ziel aller Erzieherinnen und Erzieher in Bad Honnef ist, Kinder so zu betreuen, dass sie ein starkes Selbstbewusstsein bekommen. Sibylle Friedhofen, Vorsitzende des deutschen Kinderschutzbundes St. Augustin e. V., appellierte, dass alle hinschauen und einschreiten müssen, wenn der Verdacht besteht, dass das Wohl eines Kindes gefährdet ist.

Der Gedenkstein wurde von Steinmetz und Bildhauer Bruno Harich ehrenamtlich erschaffen. Eindrucksvoll erzählte er von seiner Begegnung mit dem Freund des verschwundenen Pascal Zimmer. Der Freund hatte mitgeholfen, die Inschrift in den Stein zu meißeln. Sie ist ein Auszug aus einem Brief, den der Junge nachträglich an Pascal verfasst hatte. Der Freund hat bis heute seine eigenen Missbrauchserlebnisse nicht verarbeitet und ist schwer traumatisiert. Ihn anzuleiten, um mitzuhelfen, die Skulptur zu beschriften, war auch für Steinmetz Bruno Harich eine besonders sensible Situation gewesen.

Der Verein „Initiative gegen Gewalt und Missbrauch an Kindern“ besteht seit zwanzig Jahren. Neben einer breiten Öffentlichkeitsarbeit leistet er Fortbildungsarbeit für Erzieherinnen und Erzieher sowie Eltern. Er begleitet Betroffene zum Beispiel bei Gerichtsterminen und bei der Therapie. Auch finanzielle Hilfen können gewährt werden. Ziel des Verein ist es, Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern zu verhindern.

Das Rahmenprogramm der Auftaktveranstaltung gestaltete der Schulchor der Städtischen Gemeinschaftsgrundschule Am Reichenberg und das Bläserensemble der Städtischen Musikschule Bad Honnef.

Quelle: Stadt Bad Honnef

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