Energiewechsel

Bad Oeynhausen: „Die Bildpostkarte“

Pressemeldung vom 14. Januar 2013, 10:17 Uhr

Postkartenausstellung im Stadtarchiv Bad Oeynhausen
Januar bis März 2013

„Gruß aus Bad Oeynhausen…“, so oder ähnlich beginnen die meisten Ansichtskarten. Damit drücken sie exakt die Beweggründe der Absenderin oder des Absenders aus. Die Botschaften sind simpel. Sie kommen dem Bedürfnis entgegen, ein kurzes Lebenszeichen an seine Lieben, seine Freunde und Bekannten zu entsenden.

Wie schön anzuschauen viele alte Postkarten sind, ob nun in der kreativ, künstlerischen Gestaltung oder in der fotografischen Darstellung alter Stadt-und Landschaftsansichten, davon zeugen die etwa 4.000 gesammelten Postkarten im Stadtarchiv Bad Oeynhausen. In alle Welt verschickt, bedurfte es jahrzehntelanger Sammeltätigkeit, diesen Bestand zusammen zu tragen. Die Abgabe eines umfangreichen Postkarten-Konvoluts des Märchenmuseums an das Archiv wurde jetzt zum Anlass genommen, sie in einer Auswahl der Öffentlichkeit zu präsentieren.

In ihrer Blütezeit um 1900 wurden Ansichtskarten nicht nur verschickt, sondern entwickelten sich zu einem – bis auf den heutigen Tag – begehrten und hoch gehandelten Sammlerobjekt. In Drucktechnik, Handarbeit und künstlerischer Gestaltung gelten sie als Kunstwerke, unter topografischen und kulturwissenschaftlichen Aspekten dokumentieren sie Kultur- und Alltagsgeschichte. Veränderungen von städtebaulichen Strukturen und dem Zeitgeist lassen sich aus ihnen heraus lesen.
Das große Interesse an gelaufenen historischen Postkarten ist bei privaten Sammlern, wie auch Archiven, demzufolge weniger auf die geschriebenen Texte zurück zu führen, sondern konzentriert sich vielmehr auf die Briefmarken, die Stempel, oder eben die Bebilderungen. Bereits die ersten Postkarten vermittelten ihre inhaltliche Aussage vor allem über die Bilder.
Die Kommunikation von Bildern war gerade das Neuartige an der Postkarte. Der Text war dagegen marginal und auch aufgrund der offenen Versendung unverbindlich gehalten. Das drückte sich auch darin aus, dass für selbst Geschriebenes kaum Platz vorgesehen war. Die Adresse nahm die gesamte Vorderseite ein und Grüße wurden direkt auf die Bildansicht geschrieben. In kleinster Schrift, unter Ausnutzung sämtlicher Freiflächen gelang einigen Schreibern trotzdem die Unterbringung umfangreicher Texte. Erst nach 1905 wurde die Schriftseite in ein Adressfeld rechts und ein Textfeld links unterteilt.

Das Bedürfnis, kurze Grüße in die Welt zu transportieren, ist geblieben. Kommunikation und Medien haben sich rasant weiterentwickelt. Vor 150 Jahren kam mit der Postkarte etwas Revolutionäres auf den Markt. Heute hat sie als Kommunikationsmittel nahezu ausgedient. Optische Eindrücke und Informationen sind mittlerweile einfacher, individueller, schneller und kostengünstiger mit dem Handy per SMS oder über das Internet zu verschicken.
Der Faszination historischer Postkarten, und dazu zählen unbedingt bereits die Postkarten der 60er bis 80er Jahre, kann sich kaum jemand entziehen. Diesem breiten Interesse möchte das Stadtarchiv Bad Oeynhausen entgegen kommen. Die Postkartenausstellung kann bis Ende März zu den regulären Öffnungszeiten des Archivs besucht werden.

Quelle: Stadt Bad Oeynhausen

Share on Facebook Share on Google+

 Hinweis