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Bedburg-Hau: „Ehemalige Patienten als Experten in eigener Sache“ in Bedburg-Hau – Neue Strategien für die Suchthilfe

Pressemeldung vom 22. Juni 2011, 09:24 Uhr

Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen den Sucht-Selbsthilfegruppen und der Abteilung für Allgemeinpsychiatrie II der LVR-Klinik Bedburg-Hau.

Bedburg-Hau. In der Rehabilitationsstation in Haus Fahnenkamp fand jetzt das jährliche Treffen aller Sucht-Selbsthilfegruppen aus dem gesamten Kreis statt. Die intensive Zusammenarbeit zwischen der Abteilung für Allgemeinpsychiatrie II (Suchterkrankungen, Allgemeinpsychiatrie, Psychotherapie) und den Selbsthilfegruppen der Suchtkrankenarbeit hat sich bereits seit Jahren bewährt und etabliert. Im vergangenen Jahr konnte die Zusammenarbeit weiter intensiviert werden. „Für die Zukunft ist eine weitere engere Vernetzung der therapeutischen Arbeit und ein weiterer Ausbau der Kooperation geplant,“ erklärte Dr. von Schöning, Chefarzt der Abteilung zu Beginn des Treffens. „Uns geht es bei diesen Treffen um eine weitere Vernetzung der Zusammenarbeit in der Suchtkrankenhilfe. Dabei betrachten wir die Mitarbeiter der Selbsthilfe, die meist ehemalige Patienten sind, ausdrücklich als Experten auf Augenhöhe“, so von Schöning weiter. „Seit Jahren lebt unser therapeutisches Angebot von einer engen Vernetzung zwischen Selbsthilfegruppen und in der Klinik vorgehaltenen Therapieangeboten. So stellen z. B. alle Selbsthilfegruppen von den Anonymen Alkoholikern bis zu den Guttemplern regelmäßig im Rahmen von Motivationsarbeit ihre Tätigkeit in unserer Klinik vor.“ Unsere Patienten, die sich ja noch in der Therapiephase befinden, erhalten damit die Möglichkeit die Wirksamkeit und Bedeutung der Selbsthilfegruppenarbeit schon während ihres Rehabilitationsaufenthaltes kennen zu lernen,“ ergänzte die leitende Therapeutin der Rehabilitationsstation in Haus Fahnenkamp, Frau Dipl.-Psych. Christiane Thomas bei der Zusammenkunft. Sie bedankte sich bei allen Gruppenleitern der Suchtselbsthilfegruppen für ihre oft emotional schwierige, ehrenamtliche Arbeit. Für das Selbstverständnis in der Therapie der Suchterkrankung sei der Erstkontakt mit den Selbsthilfegruppen oft ein entscheidender Vorteil, so Thomas. „Es geht dabei darum, dass die Patienten früh zu Experten in eigener Angelegenheit werden“, erklärt sie den Leidgedanken vieler Selbsthilfegruppen. Aus der Praxis wusste sie zu berichten, dass die Patienten schon nach dem Erstkontakt mit den Selbsthilfegruppen, langsam ihre passive Rolle verlassen und lernen, aus ihren eigenen, zum Teil schmerzvollen Erfahrungen in der Suchtentwicklung, positives Potential für die suchtspezifische Gruppentherapie zu entwickeln.

Bei dem kreisweiten Treffen wurden u.a. neue Strategien für die zukünftige Arbeit entwickelt, gemeinsame öffentliche Auftritte geplant und die Fortentwicklung innovativer Konzepte für die Suchtkrankenbehandlung in Kooperation mit den Selbsthilfegruppen besprochen.

Quelle: LVR-Klinik Bedburg-Hau

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