Energiewechsel

Bestwig: Dichtheitsprüfung – Internet-Plattform bietet Informationen für Bürger

Pressemeldung vom 21. Juli 2011, 10:44 Uhr

Bestwig. „Ist Ihr Hausanschluss dicht?“: Vor diese Frage stellt das Land Nordrhein-Westfalen alle Grundstückseigentümer – auch in der Gemeinde Bestwig. Denn das Landeswassergesetz NRW sieht vor, dass in den nächsten Jahren alle privaten Abwasserleitungen auf Dichtheit überprüft werden müssen. Das Thema Dichtheitsprüfung beschäftigte jetzt auch den Betriebsausschuss für das Abwasserwerk der Gemeinde Bestwig. Bürgermeister Ralf Péus, gleichzeitig Betriebsleiter des Abwasserwerks, informiert über den Sachstand.

Warum ist die Dichtheitsprüfung notwendig?
Ralf Péus: Sie ist im Landeswassergesetz vorgeschrieben. Ziel ist es, das Grundwasser sauber zu halten – das ist natürlich auch in unserem Interesse. Dichte Kanalanschlüsse verhindern einerseits, dass Schmutzwasser in die Umwelt gelangen kann; andererseits aber auch, dass Fremdwasser in den Kanal einsickert. Klar ist aber auch, dass durch die Dichtheitsprüfung – und besonders durch eine eventuell nötige Sanierung – nicht unerhebliche Kosten auf die Bürgerinnen und Bürger zukommen.

Sind undichte Abwasserleitungen denn ein Problem?
Ralf Péus: Auf jeden Fall. Wie fast überall in NRW – besonders in bergigen Regionen – gibt es auch hier ein Problem mit Fremdwasser in der Kanalisation. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Menge des Fremdwassers die des Schmutzwassers um mehrere 100 Prozent überschreitet. Das bringt Kläranlagen an und über die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit und stört die biologischen Prozesse bei der Reinigung des Schmutzwassers.

Was steht im Gesetz?
Ralf Péus: Das Gesetz sieht vor, dass Grundstückseigentümer ihre Abwasseranlage bis spätestens 31. Dezember 2015 auf Dichtheit überprüfen müssen. In einem Erlass hat die Landesregierung diese Frist jetzt unter bestimmten Bedingungen bis Ende 2023 verlängert. Das heißt aber nicht, dass alle Grundstücksbesitzer nun bis 2023 Zeit haben werden – wichtig werden die Satzungen der einzelnen Kommunen sein.

Was passiert in der Gemeinde Bestwig?
Ralf Péus: Wir wollen die private Dichtheitsprüfung an die Überwachung unserer öffentlichen Kanalisation – und möglicherweise an Sanierungsmaßnahmen im öffentlichen Bereich – koppeln. Es wird dabei eine bereichsweise Einteilung und zeitliche Staffelung des Gemeindegebietes bis zum Jahr 2023 geben. Wer wann „dran ist“, steht noch nicht fest. Weil auf Landesebene noch einiges „im Fluss“ ist, sind auch bei uns auf Gemeinde-Ebene manche offenen Fragen noch nicht abschließend geregelt.

Welche Kosten kommen auf Grundstücksbesitzer zu?
Ralf Péus: Dafür gibt es keine Faustregel. Die Kosten für die Prüfung – und besonders für eine eventuelle Sanierung – hängen sehr stark von Lage und Zustand der Abwasserleitung ab. Sie können sicher mitunter erheblich sein. Das Land NRW hat angekündigt, bei Bedarf Grundstücksbesitzer mit einem speziellen Kreditprogramm zu unterstützen.

Wie können Grundstücksbesitzer sich denn jetzt schon vorbereiten?
Ralf Péus: Zum einen ist es wichtig, sich weiter zu informieren. Aktuelle Informationen – auch für die Gemeinde Bestwig – gibt es zum Beispiel unter www.dichtheitsprüfung-hsk.de im Internet. Zudem empfiehlt es sich sicher, finanzielle Rücklagen für die Dichtheitsprüfung – und besonders für eine möglicherweise nötige Sanierung – zu schaffen. Und nicht zuletzt sollten Grundstücksbesitzer schon jetzt – falls nicht vorhanden – selbst einfache Lagepläne von ihren privaten Abwasserleitungen anfertigen. Sie sind als Grundlage für die Dichtheitsprüfung unbedingt notwendig.

Quelle: Hochsauerlandwasser GmbH

Share on Facebook Share on Google+

 Hinweis