Energiewechsel

Bleiberg/Mechernich: Soziale Probleme an der Wurzel gepackt

Pressemeldung vom 11. Januar 2013, 10:57 Uhr

In Mechernich herrscht eine gesunde gesellschaftliche Mischung – Jobcenter EU-aktiv bestätigt den positiven Trend am Bleiberg
Mechernich – Es gab Zeiten, da hatte die Stadt Mechernich mit erheblichen Problemen in mehreren sozialen Brennpunkten zu kämpfen, im Zentrum ebenso wie in mehreren Außenorten. Verantwortlich für die Zustände war der soziale Wohnungsbau in einigen Dörfern, der in den 1980er und 1990er Jahren dazu geführt hat, dass sich das soziale Gefüge mancherorts gewaltig verschoben hatte.
Seit 1999 ist die Stadt Mechernich Baugenehmigungsbehörde in eigener Sache und von da an bemüht, das Problem an der Wurzel zu packen. „Wir haben in Mechernich jetzt wieder eine gesunde Mischung“, beschreibt Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick die gesellschaftlichen Veränderungen am Bleiberg, die unter anderem darauf zurückzuführen sind, dass Mechernich beliebt ist bei Großstädtern, die bezahlbares Bauland suchen. Die Baupolitik der vergangenen Jahre, die verstärkt auf Eigenheime setzt, zahlt sich nun aus.

Die überaus positiven Zahlen für Mechernich, die Josef Weingarten, Geschäftsführer des Jobcenters EU-aktiv mit den Standorten Euskirchen, Mechernich und Kall vorlegte, belegen diese Einschätzung. „Es gibt einen deutlichen Rückgang bei den Bedarfsgemeinschaften. Das ist eine sehr auffällige Entwicklung“, resümierte Weingarten, der die Zahlen im Beisein von Bürgermeister Schick und Erstem Beigeordneten Thomas Hambach im Mechernicher Rathaus präsentierte. Seit 2007 sinkt die Zahl der Hilfeempfänger nach SGB II kontinuierlich.
Gab es 2007 noch 939 so genannter Bedarfsgemeinschaften, so schrumpfte diese Zahl bis zum ersten Halbjahr 2012 um 142 auf 797. Einen nennenswerten Rückgang im Kreis Euskirchen hat ansonsten nur noch die Stadt Zülpich zu vermelden, während die Zahlen in Bad Münstereifel und vor allem in Euskirchen im gleichen Zeitraum gestiegen sind. Erfreulich ist auch der Anteil der Integrationen in den Arbeitsmarkt durch die Vermittler des Jobcenters. Dieser liegt in Mechernich bei 25,1 Prozent und damit höher als in den übrigen Kommunen des Kreisgebietes. „Wir sind froh, das Jobcenter vor Ort zu haben“, so Thomas Hambach. Insgesamt 27 Mitarbeiter hat der Standort Mechernich, der seit kurzem geschlossen auf der ersten Etage im Mechernicher Rathaus untergebracht ist. Unter ihnen, so Weingarten, seien auch Spezialisten, etwa für sehr junge oder auch ältere Hartz-IV-Empfänger, die sehr motiviert seien, diese Klienten in feste Arbeitsverhältnisse zu vermitteln.

Dazu komme, so Weingarten weiter, dass Mechernich beispielsweise im Vergleich zu Zülpich den großen Pluspunkt der Bahnanbindung habe. „Dank des Bahnhofes kann man von Mechernich aus auch ohne eigenes Auto nach Köln zur Arbeit fahren“, so der Chef des Jobcenters. Generell attestierte der Chef des Jobcenters beiden Kommunen, ihren sozialen Aufgaben nachgekommen zu sein: „Mechernich und Zülpich haben Verantwortung übernommen.“

Bei der Stadt Mechernich kennt man weitere Gründe für den positiven Trend: zum einen der forcierte Zuzug wirtschaftlich stabiler Familien aus dem Köln-Bonner-Raum, zum anderen die zusätzlichen Arbeitsplätze, die das florierende Gewerbegebiet Monzenbend in Kommern eröffnet. „Wir haben in der Vergangenheit bei der Vergabe der Baugenehmigungen verstärkt auf Ein- und Zweifamilienhäuser gesetzt. Das zieht eine entsprechende Klientel nach sich“, erläutert Bürgermeister Dr. Schick. Nämlich überwiegend Familien mit einem mittleren Einkommen, die weiter in Köln ihrer Arbeit nachgehen, aber von der guten Anbindung an die Autobahn und den wesentlich günstigeren Immobilienpreisen Mechernichs profitieren würden. „Die wissen unsere urbane Infrastruktur mit Schulen, ärztlicher Versorgung und umfangreichem Einzelhandel zu schätzen“, ergänzt Erster Beigeordneter Thomas Hambach. Zurzeit stagniere diese Entwicklung jedoch, weil seit der Bankenkrise Baufinanzierungen weniger leicht zu haben seien.
Dennoch habe sich beispielsweise die soziale Situation in Strempt und in Roggendorf sowie in Mechernich selbst durch den Bau des Barbarahofes Im Schmidtenloch entspannt. Geblieben ist das Sorgenkind „Papageiensiedlung“. Da die Deutsche Annington Immobiliengruppe die Wohnungen im Bereich Heideweg/Kiefernweg bundesweit zu absoluten Dumpingpreisen vermarktet, sind der Stadt hier Grenzen gesetzt, an der Situation etwas zu ändern. „Wir wollen uns ja auch nicht der sozialen Verantwortung entziehen“, so Schick. Stattdessen sei dort eine Außenstelle der Arbeiterwohlfahrt errichtet worden, die in Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendamt die problematischen Verhältnisse vor Ort verbessern will.

Quelle: ProfiPress – Agentur für Kommunikation

Share on Facebook Share on Google+

 Hinweis