Energiewechsel

Bonn: IPBES soll Expertengremium werden, auf das die Welt schaut

Pressemeldung vom 22. Januar 2013, 08:28 Uhr

ib Bonn – Zur ersten Sitzung des neu gegründeten
Weltbiodiversitätsrates IPBES (Intergovernmental Science and Policy
Platform on Biodiversity and Ecosystem Services) kamen rund 500
Delegierte im World CC Bonn zusammen. Noch bis Samstag, 26. Januar,
beraten die Regierungsvertreter, Experten und Wissenschaftler aus aller
Welt vor allem über die künftigen Strukturen und Arbeitsprogramme von
IPBES.

Vor Beginn der Konferenz unterzeichneten Achim Steiner,
Exekutivdirektor von UNEP (United Nations Environment Programme) und
Botschafter Dr. Martin Frick vom Auswärtigen Amt das so genannte
Gaststaats-Abkommen („host agreement“), die Vereinbarung über die
Ansiedlung von IPBES in Bonn.
Der Bonner Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch hieß das jüngste Mitglied
der Bonner UNO-Familie willkommen: „Es ist eine besondere Ehre und
Freude für mich, dabei zu sein und zu sehen, dass Bonn nicht nur Ort
dieser ersten Konferenz von IPBES ist, sondern auch als neue Heimat des
Weltbiodiversitätsrates ausgewählt wurde – dieser neuen und wichtigen
Plattform für Wissenschaft und Forschung im Themenfeld der biologischen
Vielfalt.“
Nimptsch erinnerte in seiner Rede auch an den besonderen „Bonn Spirit“,
der ihm bei vorangegangenen UNO-Konferenzen bereits begeistert
attestiert worden sei. „Heute ist Nachhaltigkeit eine Kernqualität und
eine Zukunftsaufgabe für Bonn. Wir sind Deutschlands UNO-Stadt, hier
werden die Anstrengungen für nachhaltige Entwicklung weltweit
gebündelt.“ Die Parlamentarische Staatssekretärin im
Bundesumweltministerium Ursula Heinen-Esser verglich Biodiversität mit
dem Betriebssystem eines Computers. Funktionierende Ökosysteme seien
das Betriebssystem der Erde, sagte sie zur Konferenzeröffnung. Sie
betonte die Wichtigkeit der Arbeit des neuen Weltbiodiversitätsrat,
sicherte auch künftig Unterstützung zu und wünschte der Konferenz gutes
Gelingen.
UNEP-Exekutivdirektor Achim Steiner dankte seinerseits der
Bundesrepublik Deutschland für die Unterstützung und die Organisation
der ersten Konferenz. Er wies darauf hin, dass es jetzt darum gehe, die
Voraussetzungen zu schaffen, um IPES zu einem Expertengremium zu
machen, auf das die Welt schaue, um Antworten auf einige der
dringlichsten und komplexesten Herausforderungen unserer Zeit zu
bekommen und Möglichkeiten für ein nachhaltiges 21. Jahrhundert
aufgezeigt zu bekommen.
Mit IPBES kommt eine weitere UNO-Einrichtung aus dem
Nachhaltigkeitsbereich nach Bonn. IPBES trifft in Bonn auf ein
optimales Arbeitsumfeld. Dazu zählt insbesondere ein vielfältiges
Kompetenzcluster mit zahlreichen ansässigen Akteuren, auch und gerade
im Bereich der biologischen Vielfalt. Das garantiert dem
Weltbiodiversitätsrat zahlreiche Unterstützungs- und
Kooperationsmöglichkeiten. In Bonn sitzt nicht nur die Bonner
Konvention zum Schutz wandernder wildlebender Tierarten, sondern auch
eine Beratungsstelle der Welttourismusorganisation für Biodiversität
und Tourismus, der Global Crops Diversity Trust, der sich für die
genetische Vielfalt von Nutzpflanzen einsetzt, sowie weitere Akteure im
Bereich der internationalen Nichtregierungsorganisationen wie das
Forest Stewardship Council und zahlreiche Wissenschaftseinrichtungen,
die mit ihrer Dachinitiative BION die Arbeit von IPBES auch aktiv
unterstützen wollen.
In seinen Kernarbeitsfeldern wird das neue Wissenschaftsgremium vor
allem wissenschaftliche Erkenntnisse sammeln und bewerten, die Basis
für künftige Biodiversitätspolitik sein können. Der
Weltbiodiversitätsrat versteht sich auch als Treiber für innovative
Biodiversitätsforschung und dafür, das Wissen zu Biodiversität auf eine
breitere Basis zu stellen. Er wird regelmäßig Daten zu Biodiversität,
Ökosystemleistungen und ihren Wechselwirkungen erheben. IPBES wird auch
politische Beratungsleistungen erbringen und zum Beispiel
Instrumentarien und Methoden benennen, die für künftige
Politikgestaltung relevant sein können.
Außerdem wird der Weltbiodiversitätsrat Bedarfe beim Ausbau von
Kapazitäten an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und
Politikgestaltung ermitteln und sich für finanzielle und sonstige
Unterstützung für von ihm als prioritär erkannte, mit seinen
Aktivitäten verknüpfte Bedarfe einsetzen.
Hintergrund IPBES
Die internationale Plattform IPBES (Intergovernmental Science-Policy
Platform on Biodiversity and Ecosystem Services) wurde von der
Generalversammlung der Vereinten Nationen 2010 eingerichtet. Im April
2012 hatte Deutschland den Zuschlag für die Ansiedlung des
Weltbiodiversitätsrates bekommen. Die Bundesrepublik Deutschland hatte
sich mit Bonn um den Sitz beworben. Das internationale Beratergremium
IPBES soll weltweit wissenschaftliche Daten sammeln, analysieren und
Handlungsoptionen anbieten, um Regierungen in ihrer Arbeit zum Schutz
der Biologischen Vielfalt zu unterstützen.

Quelle: Bonn – Presseamt

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