Energiewechsel

Bonn: Rohstoffe für eine gerechte Welt – Ausstellung im Bonner Stadthaus

Pressemeldung vom 13. Juli 2011, 13:53 Uhr

Seit heute ist die Ausstellung „Rohstoffe für eine gerechte Welt“ des
BICC (Internationales Konversionszentrums Bonn) im Stadthaus Bonn zu
sehen.

ib – Auf 27 Fototafeln klärt die Ausstellung über Probleme der
Gewinnung der Rohstoffe Erdöl, Diamanten, Tropenholz, Uran, Gold, Soja
und Kakao auf und fragt nach Handlungsperspektiven für ihre gerechtere
Nutzung. „Vieles hängt in diesem Bereich vom Handeln jeder und jedes
Einzelnen ab. Denn auch als Konsumentinnen und Konsumenten können wir
ein deutliches Votum etwa für fair gehandelte Waren oder die Nutzung
von erneuerbaren Energien abgeben“, betont Peter J. Croll, Direktor des
BICC.
Aus über 50 Entwicklungsländern werden große Mengen wertvoller
Rohstoffe exportiert, auf die die Weltwirtschaft angewiesen ist. Für
viele Förderländer des Südens aber ist ihr Rohstoffreichtum nicht
Quelle staatlicher Wohlfahrt, sondern ein Verhängnis. Oft untergräbt er
die reguläre Wirtschaft, führt zu Kriegen und
Menschenrechtsverletzungen. Um die Versorgung der deutschen Industrie
mit Rohstoffen sicherzustellen, setzt die Bundesregierung in ihrer
neuen Rohstoffstrategie u.a. auf eine stärkere Verschränkung von
Politikfeldern. So sollen Wirtschafts- und Entwicklungspolitik an einem
Strang ziehen.
„Wir sehen diese Entwicklung kritisch“, unterstreicht Croll. Zu häufig
führten Rohstoffprojekte in den Abbauländern zur Zerstörung von
Lebensgrundlagen, zu Korruption und Konflikten. Die Rohstoffversorgung
der deutschen Wirtschaft dürfe aber nicht auf Kosten der Menschen und
der Natur in den Förderländern erfolgen. Die Bundesregierung und
deutsche Unternehmen müssten ihrer Verantwortung als Rohstoffabnehmer
gerecht werden. „Soziale, ökologische, menschenrechtliche und
friedenspolitische Aspekte müssen deshalb einen integralen Bestandteil
deutscher Rohstoffpolitik bilden“, lautet Crolls Fazit.
Die Ausstellung „Rohstoffe für eine gerechte Welt“ wurde vom
Rohstoffbündnis für eine gerechte Welt (BICC, Brot für die Welt,
EIRENE, Fatal Transactions, FIAN, der Heinrich-Böll-Stiftung, medico
international, MISEREOR und Urgewald) erarbeitet. In den vergangenen
drei Jahren war sie bereits in zwölf deutschen Städten zu sehen. „Das
Stadthaus in Bonn ist ein hervorragender Ort, sie zu zeigen“, freut
sich Croll. Denn zum einen gehöre eine globale Frage wie
Rohstoffgerechtigkeit zu einem UN-Standort wie Bonn. Zum anderen aber
gehe es darum, möglichst viele Bürgerinnen und Bürger mit dieser Frage
zu erreichen.

Quelle: Bonn – Presseamt

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