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Detmold: Projekt „Glücksschmiede“ gibt Hilfestellung

Pressemeldung vom 6. Juli 2015, 12:41 Uhr

Glücksschmiede Integrationshilfe für Frauen

Detmold. „An diesem Tag kommt in Armenien keiner trocken durch die Straßen“, sagt Mayramik Auernhammer vom Projekt „Glücksschmiede“ lachend. Mit Eimern und Schüsseln bewaffnet wird in ihrem Herkunftsland mit einer regelrechten Wasserschlacht „Vardavar“ gefeiert. In diesem Jahr fällt der Feiertag auf den 12. Juli. Das landesweite Wasserfest ist in Armenien fester Bestandteil eines christlichen Feiertages: 14 Wochen nach Ostersonntag wird der Verklärung Christi gedacht, dabei reichen die volkstümlichen Wurzeln dieses Brauches jedoch bis in die vorchristliche Zeit zurück.
Einmal in der Woche treffen sich bei dem Projekt „Glücksschmiede“ Frauen unterschiedlicher Nationalitäten und stellen dabei unter anderem Feiertage und Bräuche aus ihrer Heimat vor. „Die Frauen können hier über Vertrautes sprechen und erhalten gleichzeitig Unterstützung dabei, sich in ihrem neuen Lebensumfeld zurechtzufinden“, erklärt Stefan Fenneker, Koordinator für Integration der Stadt Detmold. Denn darum geht es bei dem Projekt, in einer lockeren Atmosphäre erhalten die Frauen, die unter anderem aus Russland, Armenien, Aserbaidschan, dem Kongo oder dem Irak stammen, Hilfestellung zu alltäglichen Themen. Das Projekt ist eine Anlaufstelle für sie, hier können sie neue Kontakte knüpfen, Erfahrungen austauschen und ihre Deutschkenntnisse verbessern. Vertrautes und Neues wird dabei miteinander verknüpft, so dass die Hemmschwelle, einen besonderen Brauch oder ein typisches Fest auf Deutsch vorzustellen, niedrig ist.

Die Sprachförderung ist ein Teil der Treffen, bei denen es aber auch darum geht, Vertrauen zu schaffen. „Die Teilnehmerinnen können ihre persönlichen Fähigkeiten entdecken und so auch Vertrauen zu sich selbst entwickeln“, erklärt Auernhammer, die das Projekt seit 2014 leitet. Bei den wöchentlichen Treffen werden dabei auch gemeinsam landestypische Spezialitäten zubereitet. Als typische Erfrischung gegen die Julihitze ihres Herkunftslandes hat Auernhammer eine große Wassermelone aufgeschnitten.

Den Ursprung des armenischen Wasserfestes bringt die Philologin mit der Liebes- und Fruchtbarkeitsgöttin Astghik in Verbindung. Dem Mythos folgend verbreitete sie Rosen schenkend und Rosenwasser versprühend Liebe in Armenien. Dieser Ursprung sei noch im Wortstamm von „Vardavar“ abzulesen – das armenische Wort „Vard“ bedeutet „Rose“. Heute seien diese volkstümlichen Wurzeln vielen nicht mehr bekannt, erklärt Auernhammer. Das Fest sei vielmehr an einem heißen Sommertag eine willkommene Abkühlung und vor allem auch für die Kinder ein großer Spaß.

Quelle: Stadt Detmold

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