Energiewechsel

Dinslaken: Verwaltung: Starkregen mit Folgen

Pressemeldung vom 11. Juli 2016, 13:30 Uhr

Sintflutartige Regenfälle, wie es sie in den letzten Tagen und Wochen auch am Niederrhein gab, kommen nach Aussage von Meteorologen und Fachleuten der Wasserwirtschaft bislang nur alle hundert Jahre vor. „Jetzt muss man wegen des diskutierten Klimawandels schlimmstenfalls alle hundert Tage mit starkem Regen rechnen“, heißt es in der Stadtverwaltung.

Zahlreiche Straßen und Keller standen kürzlich unter Wasser. Die Feuerwehr war im Dauereinsatz. Noch immer laufen Trockengeräte, da und dort wird noch aufgeräumt. Auch auf vielen Ackerflächen steht immer noch Wasser, Bäche und Flüsse führen noch Hochwasser. Wegen der Sättigung der Böden verläuft das Versickern selbst in speziell dafür gebauten Becken nur schleppend. Beispielsweise die Ziegelstraße war tagelang eher eine Seenplatte.

„Durch die Regenfälle in diesem Jahr kommt noch ein gestiegener Grundwasserstand hinzu, wodurch so manches Haus derzeit ’nasse Füße‘ bekommt“, konstatiert man im kommunalen Fachdienst Tiefbau. Selbst größere Pumpenanlagen zur Grundwasserabsenkung der Ruhrkohle laufen am Limit. Bürger wenden sich mit ihren Sorgen und Nöten an den zuständigen Fachdienst der Stadtverwaltung und vermuten in vielen Fällen als Ursache ein mangelhaftes Kanalnetz.

Die Tiefbauer und Kanalexperten versichern: „Daran liegt es in der Regel nicht.“ Es sei wirtschaftlich und technisch nicht möglich, Kanäle für derartigen Starkregen oder sogar Jahrhundertregen auszulegen. Alleine am 30. Mai fielen in dieser Stadt 80 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Oftmals haben es Hausbesitzer selber in der Hand, sich vor Rückstau im Kanalnetz schützen. „Für tiefergelegene Kellerräume schreibt die DIN 1986 eine Hebeanlage beziehungsweise Rückstauverschlüsse vor“, sagt man in der Stadtverwaltung.

Gerade bei älteren Gebäuden seien derartige Einrichtungen meist nicht vorhanden oder seien mangelhaft gewartet, meint Dr. Thomas Palotz, Techni-scher Dezernent der Stadt. Es werde dringend empfohlen, fundierten Rat zu suchen, beispielsweise im Sanitärhandwerk. Private Versickerungsanlagen sollten regelmäßig kontrolliert und eventuell gereinigt werden. In manchen Fällen helfe auch das Anlegen von Schwellen oder bei Kellerlichtschächten das Höherlegen von Umrandungen, um Oberflächenwasser fern zu halten.

Auch im Rathaus werden nötige Hausaufgaben gemacht. Um sich den Herausforderungen des Klimawandels zu stellen, wird kurzfristig das Kanalnetz auf ein mögliches Optimierungspotential hin untersucht. Ein weiterer Ansatzpunkt ist das Einbeziehen von Grünflächen als Zwischenspeicher für Regenwasser.

Quelle: Stadt Dinslaken – Pressestelle

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