Energiewechsel

Eschweiler: „Kinder zweier Eltern“

Pressemeldung vom 29. Juni 2011, 08:32 Uhr

Pflegeeltern werden beim Vorbereitungsseminar des Eschweiler Jugendamtes für ihre künftige Aufgabe „fit gemacht“

Pflegeeltern nehmen Kinder auf, die zurzeit nicht oder gar nicht mehr in ihren Familien leben können. Die Unterbringung in Pflegefamilien soll dazu beitragen, die Entwicklung betroffener Kinder zu fördern und Benachteiligungen abzubauen. Dabei soll während einer Unterbringung der Kinder auf Zeit versucht werden, die Erziehungsfähigkeit der leiblichen Eltern wieder herzustellen. Gelingt dies nicht muss eine langfristige Perspektive für die betroffenen Kinder erarbeitet werden. Hier kann die Unterbringung in eine Pflegefamilie auf Dauer ein stabiler Rahmen während des Aufwachsens von Kindern sein.

Deshalb ist es bedeutsam, in wieweit Kinder mit ihren individuellen Bedürfnissen und unterschiedlichsten Erfahrungen aus ihren Ursprungsfamilien Pflegeeltern brauchen um Erlebtes aufzuarbeiten und Stabilität und Sicherheit zu erlangen. So können Kinder in Pflegefamilien vertrauensvolle Beziehungen erleben die sie positiv beeinflussen und ihnen neue Chancen eröffnen.

„Sag ja zu mir!“ ist nicht nur die Überschrift des Flyers des Pflegekinderdienstes der Stadt Eschweiler. Es ist auch das Motto eines mittlerweile jährlich stattfindenden Qualifizierungsseminars für Pflegeeltern, welches in Kooperation mit dem Eschweiler Haus Sankt Josef – Kinder-, Jugend- und Familienhilfe – und dem Pflegekinderdienst der Stadt Stolberg durchgeführt wurde.

Die Seminarleitung hatte die Diplom-Sozialarbeiterin und systemische Familientherapeutin Marina Stein-Gerhards; im Vorbereitungsseminar 2011 wurden insgesamt 9 potenzielle Pflegefamilien geschult.

In mehreren Abendterminen und einem abschließenden Wochenende wurden die angehenden Pflegeeltern intensiv auf ihre verantwortungsvollen und oft schwierigen Aufgaben vorbereitet.

Ein inhaltlicher Themenschwerpunkt war die Position des Kindes im Beziehungsgeflecht der Familien und Institutionen. Auch die Auswirkung von Bindung und Bindungsabbrüchen, die Lebenswelt eines Kindes sowie die Übertragung dieser in die Pflegefamilie als eine Phase der Integration wurden ausgiebig erörtert.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen eines Pflegeverhältnisses und das Hilfeplanverfahren sind ebenso wichtige Bausteine rund um das Thema Pflegekind sowie der Umgang mit der Herkunftsfamilie. So stellt sich der Besuchskontakt von Kind und leiblichen Eltern für alle Beteiligten oft als Herausforderung da. Er dient zum einen der Biografiebearbeitung des Kindes und zum anderen, dass ein Kind seine Position im Spannungsfeld „Kind zweier Eltern“ finden kann.

Das Vorbereitungsseminar ist somit eine wichtige Grundvoraussetzung für Familien, die ein Pflegekind aufnehmen wollen.

Drei Rufnummern für Interessenten

So sucht der Pflegekinderdienst des Jugendamtes Eschweiler stetig Eltern, die sich dieser Aufgabe gerne übernehmen möchten, sei es im Rahmen der Bereitschaftspflege oder auch der Dauerpflege. Auskunft erteilen hierzu die Mitarbeiterinnen des Pflegekinderdienstes Heike Fütterer Telefon 02403/71224, Anne Goebbels-Roob, Telefon (02403) 71260 und Mathilde Uhr (02403) 71469.

Quelle: Eschweiler – Pressebüro

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