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Goch: Runde Tische gegen häusliche Gewalt tagten gemeinsam

Pressemeldung vom 23. Dezember 2016, 10:32 Uhr

Trotz der bevorstehenden Feiertage durfte sich Monika van Heek, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Goch, über die Teilnahme von 30 Fachkräften aus dem gesamten Kreis Kleve bei der Veranstaltung „Arbeitsweisen von betroffenen Instanzen mit Opfern sexualisierter Gewalt“ Was hilft den Beteiligten? freuen. Die Veranstaltung im Gocher Ratssaal wurde vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen auf Antrag der Runden Tische Goch und südlicher Kreis Kleve ermöglicht.

Die Diplom-Sozialwissenschaftlerin Hildegard Wolff von Frauenberatungsstelle IMPULS nannte jahresaktuelle Zahlen zu Beginn der Veranstaltung. In diesem Jahr kamen demnach 38 Frauen und Mädchen zur Beratungsstelle mit dem Hintergrund sexualisierter Gewalt (Stand: November 2016), davon kam es in 18 Fällen zu Vergewaltigungen. In nur vier Fällen handelte es sich um einen unbekannten Täter. Die Täter kamen somit zumeist aus dem unmittelbaren Umfeld der Opfer: Arbeitskollegen, Familienangehörige, Nachbarn oder Freunde.

Staatsanwältin Golriez Litterscheid ist seit 6 Jahren zuständige Sonderdezernentin für Sexualstrafverfahren zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen der Staatsanwaltschaft Aachen und Referentin im Ausbildungszentrum der Polizei in Neuss. Sie informierte über ein Sexualstrafverfahren aus staatsanwaltschaftlicher Sicht. Welche Aufgaben hat hier die Staatsanwaltschaft, welche Besonderheiten gelten für das Sexualstrafverfahren, von der richterlichen Vernehmung über das Zeugnisverweigerungsrecht bis hin zu den Opferrechten wurden alle verfahrensrelevanten Punkte ausführlich erläutert.

Von Seiten der Beratungseinrichtungen stellte Diplom-Pädagogin Maria Peeters von der Frauenberatungsstelle IMPULS anhand eines anonymisierten Fallbeispiels eine Opferrolle vor. In ihrem sehr emotionalen Vortrag wurde es allen sehr deutlich, wie schwer der Weg zur Anzeige für ein Opfer ist. Mehrfachbefragungen, ärztliche Untersuchungen von einer/m RechtsmedizinerIn, um Spuren zu sichern, Ängste, dass einem nicht geglaubt wird, waren nur einige der Hürden, die genommen werden müssen.

Es ist geplant, eine Dokumentation der Veranstaltung mit den erarbeiteten Ergebnissen zu erstellen. Wer Interesse an dieser Dokumentation hat, meldet sich bei der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Goch unter Tel. 02823/320 199 oder per Email: gleichstellungsbeauftragte@goch.de. Eine Ausfertigung wird dann auf Wunsch im kommenden Jahr kostenlos zur Verfügung gestellt.

Quelle: Stadt Goch / Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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