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Gütersloh: Bildungsgipfel mit 130 Teilnehmern

Pressemeldung vom 14. Juli 2011, 10:55 Uhr

Intensive Diskussion zur Gütersloher Bildungslandschaft

Gütersloh (gpr). Den Schulweg sichern, den Offenen Ganztag ausweiten, Sozialarbeiter in allen Schulen einsetzen oder auch die Einführung eines Lehrerbetriebspraktikums: Als Ergebnis des Austausches auf dem Gütersloher Bildungsgipfel in der Anne-Frank-Gesamtschule, an dem am Samstag 130 Vertreter aus dem Bildungsbereich teilnahmen, kann eine Fülle von Anregungen zur weiteren Beratung in Verwaltung und Politik weitergegeben werden. In einem so genannten „Gallery-Walk“ diskutieren jeweils Gruppen mit 20 Teilnehmern unter anderem die Gestaltung des Übergangs von der Kita bis hin zum Ausbildungsplatz, über die Inklusion, also die gemeinsame Beschulung von behinderten und nicht behinderten Schülerinnen und Schülern und auch über das offene Ganztagsangebot.

Neben den konkreten Anregungen, wie zum Beispiel die Verstärkung der Elternarbeit im Bereich Jugendhilfe und Schule, wurde in den Gruppen aber auch erörtert, was bereits gut läuft. So bestätigten die Teilnehmer, dass im offenen Ganztag mittlerweile „Normalität“ eingekehrt sei. Beim Start des offenen Ganztags im Jahre 2003/04 nahmen 50 Kinder teil, im laufenden Schuljahr sind es jetzt bereits 1.284. „Heute „müssen“ die Kinder nicht teilnehmen, sie „dürfen“, fasste Roland Thiesbrummel, Leiter des Fachbereiches Jugend und Bildung, die Einstellungsänderung zum Offenen Ganztag zusammen. Gelobt wurde auch das Engagement des Personals im Offenen Ganztag.

Trotz der gut gestalteten Bildungslandschaft in Gütersloh gelte es Gestaltungsspielräume aufzuspüren und zu nutzen“, forderte Bürgermeisterin Maria Unger eingangs in ihrer Begrüßung auf. Welchen Rahmenbedingungen sich eine bedarfsgerechte Schulplanung stellen muss, das skizzierte Dr. Ernst Rösner vom Institut für Schulentwicklungsplanung an der TU Dortmund. Aufgrund der demographischen Entwicklung würden die Kinder weniger. Die Realitäten anzuerkennen bedeute zum Beispiel, keinen neuen Schulraum zu schaffen, und den frei werdenden Schulraum für den offenen Ganztag zu nutzen, so Rösner. Außerdem gelte es, die Elternwünsche zu berücksichtigen. „Die Eltern wünschen sich eine weiterführende Schule mit Ganztagsbetrieb, lehnen eine Auslese nach dem vierten Schuljahr ab und wollen Schulen mit gymnasialen Inhalten und Inklusion“, sagte Dr. Rösner.

Auch Gütersloh muss mit leicht rückläufigen Schülerzahlen rechnen, wobei die Quote für die Anmeldungen an Realschulen und an Gymnasien laut Prognose kaum variiert: Das stellte Bildungsdezernent Joachim Martensmeier fest, der die Fakten für die Schulentwicklungsplanung der Stadt Gütersloh präsentierte. „Als gute Grundlage für die weiteren Beratungen“ bewertete Ingrid Tiedtke-Strandt, Vorsitzende des Bildungsausschusses, den Bildungsgipfel. Dass diese Beratungen notwendig sind, das hatte Rösner deutlich aufgezeigt, denn bei immer weniger Kindern müssen die Anstrengungen im Bildungsbereich verstärkt werden. Gleichzeitig warnte der Fachmann davor, dass die Schulen alle Probleme lösen könnten: „Schulen können nicht zum Reparaturbetrieb der Gesellschaft werden“, so Rösner.

Quelle: Stadt Gütersloh – Zentrale Öffentlichkeitsarbeit

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