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Gütersloh: Kita Teismannsweg – Gülistan Arslan baut Brücken zu Kulturen

Pressemeldung vom 22. Januar 2013, 10:37 Uhr

Gütersloh (gpr). „Es kommt nicht darauf an, was ich bin, sondern wie ich auf die Menschen zugehe“, meint Gülistan Arslan, die seit September 2011 die Leitung der städtischen Kita Teismannsweg übernommen hat. Sie sei in diese Funktion reingewachsen, so die Erzieherin, die bereits seit 2003 in der Kita Teismannsweg arbeitet: Zunächst als Erzieherin mit einer halben Stelle, dann als Gruppenleitung und schließlich als Leiterin der Kita. Aber diese Funktion möchte die Leiterin gar nicht so groß aufhängen. „Das ist nichts Außergewöhnliches, sondern ganz normal, ein Beruf, der mir viel Freude macht.“

Und dennoch kann Gülistan Arslan vielleicht mehr Türen öffnen als andere. Sie ist in zwei Kulturen Zuhause. Im Jahre 1989 kam die Siebenjährige mit ihren Eltern und ihren sechs Geschwistern aus einem kleinen Dorf in Ostanatolien als Flüchtling nach Gütersloh. Ihre Muttersprache „Kurmanci“ spricht sie heute noch genauso gut wie sie das Deutsche beherrscht, das sie als Kind zunächst in der Vorschule und später in der Grundschule in Gütersloh gelernt hat. „Es fiel mir leicht die deutsche Sprache zu lernen“, sagt Gülistan Arslan. Als Älteste sei sie in der Familie ohnehin immer im Fokus gewesen und mit den Sprachkenntnissen habe man sie gerne als Übersetzerin mitgenommen.

Von jeder Kultur das Beste annehmen: Damit hat die Kita-Leiterin Erfahrung. Aus ihrer Kindheit hat sie die Erlebnisse in der Familie mit ihrer Unterstützung und der Rolle als Ältester als eine gute Familienkultur mitgenommen. „Ein Schatz, den man in sich trägt.“ An der deutschen Kultur schätzt sie die Strukturiertheit, eine Ordnung, die Wege ebnet und die Bildungschancen eröffnet. Gerade die Ausbildung zur Erzieherin habe sie weitergebracht, da viel an der eigenen Persönlichkeit gearbeitet würde. Das Konzept der Stadt Gütersloh „In Beziehungen lernen“ sei für sie auch der richtige Ansatz für die Integrationsarbeit.

Unter den 70 Kindern, die die Kita Teismannsweg besuchen, treffen elf Sprachen aufeinander. In den Gruppenräumen wird deutsch gesprochen. Das man aber aus allen Kulturen etwas Wertvolles lernen kann, erleben die Kinder in den Kulturtagen: Mit Märchen und Geschichten, Tänzen, Musik und typischen Gerichten erfahren die Kinder etwas über Russland, Afrika, die Türkei oder auch Italien. Organisiert werden diese Feste und Kulturtage von Elternkomitees, die sich je nach Landesthema zusammenfinden.

Eine Mittlerin zwischen den Kulturen ist die Kita-Leiterin auch im Kontakt zu den aus dem Ausland stammenden Eltern. Es fällt den Eltern oft leichter, die Kita-Leiterin anzusprechen, weil sei sich in deren Sorgen einfühlen kann und ihre Probleme versteht. Sie kann die Unterschiede erklären, was in Deutschland gilt und welche gesellschaftlichen Regeln die Familien aus dem Herkunftsland mitbringen.

Quelle: Stadt Gütersloh – Zentrale Öffentlichkeitsarbeit

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