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Gütersloh: Organspende rettet Leben

Pressemeldung vom 6. Juni 2011, 15:43 Uhr

Experten und Fachärzte informierten im Klinikum Gütersloh

Gütersloh (gpr). Organspende – ja oder nein? Spätestens seit SPD-Politiker Frank-Walter Steinmeier seiner Frau 2010 eine Niere spendete, ist das Thema wieder auf der Agenda. Das Klinikum Gütersloh lud am Montagabend zur Podiumsdiskussion mit dem Thema „Organspende geht jede(n) an“ ein.

Nach wie vor gibt es in Deutschland zu wenig Spenderorgane. Allein in Nordrhein-Westfalen warten derzeit rund 4000 Menschen auf eine Transplantation. Obwohl laut einer Umfrage der Deutschen Stiftung für Organtransplantation (DSO) 80 Prozent der Deutschen die Organspende positiv sehen, besitzen nur 17 Prozent einen Ausweis. „Es ist eine ganz persönliche Entscheidung“, sagte Geschäftsführerin Maud Beste. Niemand dürfe bedrängt oder kritisiert werden.

Das Klinikum Gütersloh arbeitet seit vielen Jahren mit der DSO zusammen. Dr. Bernd Fischer, Leitender Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin, schilderte den Besuchern den typischen Ablauf einer Organentnahme. Die Betreuung der Angehörigen ist für den Mediziner dabei ein ganz wichtiger Aspekt.

In kurzen Vorträgen gaben Experten Einblick in das sensible Thema Organspende. Dabei beantworteten sie viele Fragen der Besucher und sorgten für Transparenz. Torsten Biel berichtete über seine Arbeit als Koordinator bei der DSO. Die DSO ist die Schnittstelle zwischen Krankenhäusern, dem Vermittler Eurotransplant, den Transplantationszentren und den Organempfängern, die auf den Wartelisten stehen. Der Neurologe Dr. Michael Kros (Herz-Jesu-Krankenhaus Münster) informierte über die Feststellung des „Hirntods“. Denn nur wenn das Gehirn eines Patienten unwiederbringlich geschädigt ist und keine Reflexe mehr zeigt, darf nach einem Beratungsgespräch und mit Zustimmung der Angehörigen eine Organentnahme durchgeführt werden. Dass Menschen mit Spenderausweisen schlechter behandelt werden, sei ein Irrglaube, betonte Kros. Jeder einzelne sei ein Patient, für den das medizinisch Bestmögliche getan werde.

Für weitere Informationen gibt es im Foyer des Klinikums noch bis zum 10. Juni eine Ausstellung zum Thema Organspende. Auf zehn großen Plakaten erzählen Betroffene und Angehörige ihre eigene Geschichte zur Transplantation. Drei Ausstellungstürme der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung geben Hintergrundinformationen. Wer möchte, kann sich hier einen Organspendeausweis mitnehmen.

Quelle: Stadt Gütersloh / Zentrale Öffentlichkeitsarbeit

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