Energiewechsel

Hattingen: Winzer Ruhrbogen ist jetzt ein Denkmal

Pressemeldung vom 17. März 2017, 12:18 Uhr

Der Winzer Ruhrbogen wurde am 14. Februar 2017 als Zeugnis der Schiffbarmachung der Ruhr in die Denkmalliste der Stadt Hattingen eingetragen. Dies geschah gemäß Weisung der für Denkmäler im Landes- oder Bundesbesitzes zuständigen Bezirksregierung Arnsberg.

Die Schiffbarmachung der Ruhr 1770-1780 war die Initialzündung zur Entstehung des Ruhrgebiets als Industrieregion. Erst mit der Schiffbarmachung der Ruhr war es möglich, Kohle in größeren Mengen von den Zechen des Ruhrtals bis zum Rhein und bis in die Niederlande zu transportieren. Die neuen Transportmöglichkeiten wiederum sorgten für die Intensivierung des Bergbaus bis hin zu den großen Tiefbauschachtanlagen.

Für die Schiffbarmachung der Ruhr waren viele Hindernisse zu überwinden. Der flache, aber breite Flusslauf musste durch Buhnen in seinem Verlauf begrenzt und eingetieft werden. Ein befestigter Weg entlang des Flusslaufes, der sog. Lein- oder Treidelpfad musste angelegt werden, da als Antrieb der speziell für die Ruhr mit niedrigem Wasserstand entwickelten Ruhraaken nur Zugtiere in Frage kamen. Zahlreiche Wehre der Flussmühlen störten die durchgehende Befahrbarkeit. Erst mit den Ruhrschleusen war ein Miteinander von Schifffahrt und Mühlenbetrieb möglich.

Dem Höhepunkt der Ruhrschifffahrt 1860 folgte wenige Jahre später der Niedergang, als durch den Bau der Ruhrtaleisenbahn ganzjährig witterungs- und wasserstandsunabhängig Transporte möglich waren. 1890 passierte die letzte Ruhraak die Hattinger Schleuse.

Seitdem hat der Verlauf der Ruhr erhebliche Änderungen erfahren. Die Ruhrstauseen wurden errichtet, die Ruhr zur Vergrößerung des Henrichshüttengeländes verlegt. Im gesamten Verlauf der schiffbaren Ruhr sind nur im Winzer Ruhrbogen, zwischen den Schleusen Hattingen und Dahlhausen, noch alle wasserbautechnischen Maßnahmen des Ausbaus erhalten und sichtbar. Diesem Zeugniswert wurde nun durch die Eintragung in die Denkmalliste Rechnung getragen.

Quelle: Stadt Hattingen

Share on Facebook Share on Google+

 Hinweis