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Hennef: Ausstellung zum „Boden des Jahres“ PLUS

Pressemeldung vom 1. Juli 2015, 14:31 Uhr

Vortrag und Diskussion am 8. Juli
Die Vereinten Nationen (UN) haben das Jahr 2015 zum „Internationalen Jahr des Bodens“ ausgerufen. Es soll uns den Wert, die Schönheit und die Vielfalt unserer Böden bewusst machen. Dazu trägt die Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft schon seit 2004 mit dem „Boden des Jahres“ bei, 2015 der im Rheinland weit verbreitete Stauwasserboden. Im Rahmen des Internationalen Jahr des Bodens veranstaltet das Umweltamt der Stadt Hennef gemeinsam mit dem „Geologischen Dienst NRW“ eine Ausstellung in der Meys Fabrik, Beethovenstraße 21, in der Zeit von 29. Juni bis 10. Juli. Thema ist eben jener Stauwasserboden. Besucht werden kann die Ausstellung dienstags, mittwochs und freitags in der Zeit von 10 Uhr bis 13 Uhr sowie von 14 Uhr bis 18 Uhr, donnerstags von 16 Uhr bis 20 Uhr und samstags von 10 Uhr bis 13 Uhr. Im Rahmen der Ausstellung findet außerdem am 8. Juli ab 19 Uhr ein Vortrag mit anschließender Diskussion zum Thema „Boden – unsere Lebensgrundlage, unsere Zukunft, wie gehen wir damit um?“ statt. Referent ist Dr. Stephen Wagner von der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft.
Stauwasserboden
Der Stauwasserboden (Pseudogley) ist ein in Mitteleuropa weit verbreiteter Boden, der durch seine intensive und kontrastreiche Färbung mit einem Bleichhorizont und einem lebhaften Fleckenmuster auch dem Laien auffällt. Seinen Namen verdankt der Pseudogley seiner Ähnlichkeit mit dem Gley (grundwasserbeeinflusster Boden). Pseudogleye sind durch Staunässe geprägte Böden. Wegen eines dichten Untergrundes versickert das Wasser nur unvollständig. Der jahreszeitliche Wechsel von Vernässung und Austrocknung bewirkt eine Quellungs- und Schrumpfungsdynamik und führt zur Lösung und Umverteilung von Eisen und Mangan. Beides zusammen erzeugt die typischen Horizontmerkmale wie Bleichung, Marmorierung und Konkretionsbildung.
Der luftarme wasserführende Bodenhorizont ist durch Reduktionsprozesse grau gefärbt. Infolge von Auswaschung aus dem Oberboden sind Pseudogleye nährstoffarm, ihre Humusdecke ist geringwertig, das Bodenleben ist eingeschränkt. Die Böden erwärmen sich nur langsam.
In unserer Region sind die meist forstlich genutzten Stauwasserböden großflächig im Pleiser Ländchen, im Siebengebirge und im Kottenforst verbreitet.
Die Ausstellung zeigt, warum Böden neben Wasser und Luft Grundlage unseres Lebens sind. Dennoch behandeln wir das, was unteren unseren Füßen liegt, häufig wie „Dreck“. Böden sind die Spiegel unserer Zeit: Sie sind ein wichtiges Archiv unserer Landschafts- und Nutzungsgeschichte, sie werden vielfältig genutzt und unsere Zukunft hängt von ihnen ab. Ohne fruchtbaren Boden und angepasste Landnutzung gibt es keine Zivilisation.

Quelle: Stadt Hennef / Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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