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Herford: Ernst-Barlach-Realschule wird „Schule ohne Rassismus“

Pressemeldung vom 24. Juni 2011, 15:13 Uhr

Bürgermeister Bruno Wollbrink: „Ein vorbildliches Engagement für mehr Menschlichkeit“

912 Schulen in Deutschland haben das Siegel „Schule ohne Rassismus“ bereits erhalten. Jetzt gehört auch die Ernst-Barlach-Realschule in Herford dazu. Die Regionalkoordinatorin des Netzwerkes „Schule ohne Rassismus“, Gabriele Sonnenberg, überreichte Schülersprecher Mazlum Budak und Schulleiter Rainer Voßmeier ein Schild mit entsprechender Aufschrift, das künftig den Schuleingang zieren wird.

Der Titel ist kein Preis und keine Auszeichnung für bereits geleistete Arbeit, sondern eine Selbstverpflichtung für die Gegenwart und die Zukunft. Alle Mitglieder Schulgemeinde bekennen damit ihre Verantwortung für ein Klima ohne Rassismus an ihrer Schule und ihrem Umfeld. Praktisch bedeutet das: Die Ernst Barlach-Realschule führt nachhaltige und langfristige Unterrichtsprojekte durch, um Diskriminierungen, insbesondere Rassismus, zu überwinden. Dafür ist man an der Graf-Kanitz-Straße im Herforder Norden gut gerüstet.

Zuletzt gab es etwa einen Sprachentag für die 8. Klassen. Schülerinnen und Schüler unterrichteten gemeinsam mit Lehrkräften ihre Mitschüler in verschiedenen Sprachen. Dazu zählten etwa Türkisch, Italienisch, Russisch, Kurdisch, Spanisch und Isländisch. Die Abschlussklassen beschäftigten sich mit den Spuren jüdischen Lebens in Herford. Die 9d bereitet sich auf einen Austausch mit einer Schulklasse in Manavgat vor. Im November wird sie die Herforder Partnerstadt in der Türkei besuchen.

Die Initiative für das Vorhaben ging von der Schülervertretung aus. Die SV entwickelte für alle Klassen Verhaltensleitlinien zum Thema „EBS ohne Rassismus“. Die Regeln wurden von allen Klassen akzeptiert und hängen als Plakat in jedem Klassenraum. Überdies bekräftigten Schüler- und Lehrerschaft mit ihren Unterschriften dieses Ziel.

„Unser Bekenntnis gegen Rassismus, trägt der internationalen Zusammensetzung unserer Schule Rechnung“, sagt Schulleiter Rainer Voßmeier. Beste Beispiele dafür sind Schülersprecher Mazlum Budak, der kurdische Wurzeln hat, oder die Verbindungslehrerin Laila Sheikh-Ali. Etwa 37 % der 590 Schülerinnen und Schüler kommen aus Zuwandererfamilien.

Pate des Schulprojekts an der Ernst-Barlach-Realschule ist Herfords Bürgermeister Bruno Wollbrink: „Aus Überzeugung und aus alter Verbundenheit mit meiner ehemaligen Schule habe ich gerne diese Patenschaft übernommen. Rassismus ist ein Übel, das jede Gesellschaft vergiftet und zerstört. Es ist nicht immer leicht, jederzeit aktiv und engagiert sich dagegen zu stellen. Deshalb ist es gut, wenn eine Schule sich insgesamt zum Kampf gegen Rassismus bekennt und damit ein vorbildliches Engagement für mehr Menschlichkeit abgibt.“

In Herford tragen das Siegel „Schule ohne Rassismus“ bereits das Königin-Mathilde-Gymnasium und das Anna-Siemsen-Berufskolleg. Die Gesamtschule Friedenstal bekommt den Titel im Juli.

Quelle: Stadt Herford

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