Energiewechsel

Herzogenrath: Informationsveranstaltung zur Aufgabenstellung von Kindertageseinrichtungen und Schulen in Folge eines Reaktorunfalles im belgischen AKW Tihange

Pressemeldung vom 9. Juni 2017, 12:24 Uhr

Hierzu kamen auf Einladung der Stadt Herzogenrath am 07.06.2017 ca. 40 Schulleiterinnen und Schulleiter, Kindergartenleiterinnen und Kindergartenleiter, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den offenen Jugendheimen sowie Elternvertreterinnen und Elternvertreter im Herzogenrather Ratssaal zusammen. Herzogenrath liegt in Mitten der 100 km umfassenden äußeren Schutzzone.

Als Referenten konnten Mitarbeiter des Amtes für Ordnungsangelegenheiten, Rettungswesen und Bevölkerungsschutz der StädteRegion Aachen, das unter anderem für Katastrophenschutzpläne verantwortlich ist, gewonnen werden. Herr Siehoff stellte in einem informativen Vortrag die Gesamtsituation dar. Dabei ging er zu Beginn auf die technische Bauart des dortigen Reaktors ein. Da bei einem Druckwasser-Reaktor, wie er im AKW Tihange 2 stehe, anders als bei den Reaktortypen in Tschernobyl und Fukushima, im Falle eines massiven Störfalles eine Vorlaufzeit von mindestens 12 Stunden gebe, könnten Kinder noch von ihren Eltern aus den Kitas und Schulen abgeholt und nach Hause gebracht werden. Das hätte zur Folge, dass Medikamentenabgaben (Jodtabletten) nicht in diesen Institutionen, sondern Zuhause erfolgen könnten.Außerdem wurde über den Ablauf der Warnstufen und die Art und Weise wie die Bevölkerung im Falle eines nuklearen Ernstfalles, der besondere Maßnahmen erfordert, informiert werden soll, berichtet. In jedem Fall habe aber der Grundsatz zu gelten: „Ruhe zu bewahren und nicht in Panik zu verfallen“ und sich amtliche Information im Radio oder über die sozialen Medien zu beschaffen.

Aus dem Publikum heraus wurden eine Reihe von Fragen gestellt, die alle beantwortet werden konnten. Grundsätzlich wiesen die Vertreter der StädteRegion darauf hin, dass es, auch unabhängig von nuklearen Katastrophen, immer sinnvoll ist bestimmte vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen. So sei eine Bevorratung von Wasser und Lebensmittel für mehrere Tage in jedem Haushalt zu empfehlen. Atemmasken, die im Falle von Radioaktivität nur bedingt oder gar nicht helfen, könnten aber bei auftretenden Pandemien gewisse Schutzfunktionen bieten.

Abschließend sagten die Vertreter der einladenden Stadt zu, weitergehende oder später entstehende Fragen zu sammeln und an die Kollegen der Städteregion weiter zu leiten. Außerdem werde man die hiesigen Schulen und Kitas – unabhängig von ihrer jeweiligen Trägerstruktur – über alle in Bezug auf das Thema relevanten Details informieren.

Quelle: Stadt Herzogenrath

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