Energiewechsel

Ibbenbüren: Garantien mit Stolpersteinen

Pressemeldung vom 17. Juni 2011, 14:54 Uhr

Energiesprechtage im Rathaus: Was Kunden wissen sollten

Immer mehr Hausbesitzer kommen mit der Sonne ins Geschäft. Sie nutzen deren Kraft, um Strom zu erzeugen oder Wasser zu erwärmen. Sinkende Anlagenpreise, eine gesetzlich geregelte Vergütung für jede Kilowattstunde Strom, die ins öffentliche Netz eingespeist wird, nicht zuletzt auch die aktuelle Energiediskussion verhelfen Photovoltaik-Systemen zu einem weiteren Nachfrageschub. „Doch der Einstieg in die umweltfreundliche Energie birgt auch Tücken“, weiß Andreas Holtgrave, Energieberater der Verbraucherzentrale im Beratungsstützpunkt Ibbenbüren. „Auf den ersten Blick erscheinen die freiwilligen Garantien der Hersteller großzügig. Kunden sehen sich jedoch mit allerlei Stolperfallen konfrontiert, die im Kleingedruckten der Herstellergarantien stehen.“ Das leidige Kleingedruckte steht im Juni und Juli im Mittelpunkt der Energiesprechtage im Ibbenbürener Rathaus.

Grundsätzlich muss ein Photovoltaik-Modul, wie jede andere gekaufte Ware auch, fehlerfrei ausgeliefert werden. „Nach Übergabe oder Erhalt des Systems hat der Kunde zwei Jahre lang einen gesetzlich geregelten Anspruch auf ein Produkt ohne Mängel“, so Holtgrave. Garantien werden im Gegensatz zu den gesetzlich verbrieften Gewährleistungsrechten vom Hersteller einer Ware freiwillig eingeräumt. Garantiebedingungen können Firmen deswegen weitestgehend selbst festlegen. Käufer sollten unbedingt verlangen, dass ihnen eine schriftliche Garantieurkunde ausgehändigt wird, in der die exakten Garantiebedingungen für die Module zu finden sind, wie etwa Angaben zum Garantiegeber sowie zur Dauer und zum Inhalt der Garantie.

Hersteller geben für Material- und Verarbeitungsfehler oft freiwillige Produktgarantien von bis zu zehn Jahren. Außerdem versprechen viele Firmen eine garantierte Leistung ihrer Solarmodule über einen Zeitraum von bis zu 30 Jahren. Wer Ansprüche durchsetzen will, weil die Leistung geringer als versprochen ist, sieht sich im Kleingedruckten jedoch häufig mit unklaren Formulierungen, kurzen Fristen zur Mängelanzeige oder einem Gerichtsstand im Ausland konfrontiert. Zudem wälzen Unternehmen sämtliche Kosten der Garantieabwicklung gerne auf Kunden ab. Ärgerlich auch: Hersteller schließen eine Garantieleistung zum Beispiel bei „Nachlässigkeit“ aus, ohne diese weiter zu konkretisieren. Oder sie räumen nur ein bis zwei Wochen Zeit ein, um einen Mangel zu melden. Unter kundenfeindlichen Konditionen sind ebenso eine nur sechsmonatige Frist, um Klage einzureichen, und Gerichtsorte wie etwa Madrid oder New York zu finden. Immerhin: Es gibt auch Unternehmen am Markt, die sich im Garantiefall verbraucherfreundlicher zeigen.

Fragen zur Herstellergarantie und zu Garantiebedingungen können am Mittwoch, 22. Juni, sowie am Mittwoch, 6. Juli, im Rahmen der Energiesprechtage der Verbraucherzentrale im Ibbenbürener Rathaus mit Energieberater Andreas Holtgrave geklärt werden. Zwischen 14 und 18 Uhr finden halbstündige Beratungsgespräche statt. Zur Vorabklärung des Termins melden sich Interessierte bitte unter Telefon 0 54 51 / 93 19 99 oder per Mail unter energieberatung@ibbenbueren.de. Die halbstündige Beratung wird durch das Bundeswirtschaftsministerium gefördert kostet Interessenten fünf Euro.

Die Energie-Experten der Verbraucherzentrale kommen alternativ auch direkt ins Haus. Die 90-minütige Vor-Ort-Beratung, mit Mitteln des Landes NRW und der Europäischen Union gefördert, kostet 60 Euro. Terminvereinbarung können telefonisch unter 01 80 / 1 11 59 99 (Festnetzpreis 3,9 ct/min, Mobilfunkpreis max. 42 ct/min) oder im Internet unter www.sparnachbar.de getroffen werden.

Quelle: Stadt Ibbenbüren

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