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Kamp-Lintfort: Kein Klima für Fremdenfeindlichkeit

Pressemeldung vom 26. Februar 2015, 13:50 Uhr

Gemeinsame Erklärung des Forum Integration und des Theologenkreises
Kamp-Lintfort – Kaum ein Wort hat in den letzten Wochen und Monaten so polarisiert, wie das Wort „Zuwanderung“. Besonders im Osten Deutschlands hat die damit verbundene Angst vor dem Fremden und vor dem Verlust der eigenen kulturellen oder religiösen Identität Tausende Menschen auf die Straße getrieben. Nicht so in Kamp-Lintfort.

„Für solche Ressentiments gibt es in unserer Stadt kein Klima“, stellt Bernd Kopitzki fest. Kopitzki koordiniert von Seiten der Stadtverwaltung das Forum Integration, einen Zusammenschluss aus Vereinen, Institutionen und sozialen Trägern sowie interessierten Bürgerinnen und Bürgern. 2011 wurde das Forum ins Leben gerufen und ist mit verschiedenen Projektgruppen in den Bereichen Sprachförderung, Kultur, Senioren und Sport aktiv.Gemeinsam mit dem Theologenkreis, in dem sich Vertreterinnen und Vertreter verschiedenster Kirchen, Moscheen und Religionsgemeinschaften austauschen, hat das Forum Integration in diesen Tagen eine Erklärung abgegeben. „Integration ist für uns in Kamp-Lintfort gelebte Realität“, erläutert Petra Braun vom Internationalen Bund, „wir begreifen Integration nicht als abgeschlossenen Prozess, sondern als bereichernde Entwicklung des Zusammenlebens.“ In acht kurzen Statements legen beide Institutionen ihre Wahrnehmung von Vielfalt dar und ihre Ziele, um diese zu erhalten. Vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftlichen Diskussionen um Zuwanderung und der Flüchtlingsströme aus dem Nahen Osten war es allen Beteiligten ein Bedürfnis, ihre Vorstellung von Vielfalt in Kamp-Lintfort auszudrücken. Dass Integration kein Selbstläufer ist, sondern nur durch konkrete Angebote und mit viel Engagement gelingen kann, weiß auch Sozialdezernent Dr. Christoph Müllmann zu berichten. „Ich erinnere mich noch gut an den Balkankrieg. Da haben wir auf einen Schlag 3000 Flüchtlinge bekommen. Für eine Kommune wie uns war das eine große Herausforderung.“ Diese Herausforderung zu stemmen, gelang vor allem auch durch die gute Zusammenarbeit mit dem Forum Integration und dem Theologenkreis. Auch den aktuellen Herausforderungen durch die derzeit hohen Flüchtlingszahlen stellen sich die Religionsgemeinschaften in Kamp-Lintfort: „Wir alle, Christen, Muslime, Aleviten und Jesiden nehmen uns vor, den Asylsuchenden hier vor Ort zu helfen, sie zu unterstützen und ihnen zu ermöglichen, in unserer Stadt schnell Fuß zu fassen“, so Pfarrer Karl Josef Rieger, der gemeinsam mit Imam Mustafa Klanco Sprecher des Theologenkreises ist.
Mit Zuwanderung hat Kamp-Lintfort Erfahrung. Bedingt durch den Bergbau auf der Zeche Friedrich-Heinrich leben schon seit über 100 Jahren Menschen unterschiedlicher Nationalitäten, Kulturen und Religionen in der Stadt am Niederrhein. Diese Tradition führt nach der Schließung der Zeche nun die Hochschule Rhein-Waal mit ihrer internationalen Ausrichtung fort. „Wir wünschen uns, dass die Menschen unterschiedlicher Nationalitäten, Religionen und Kulturen in Kamp-Lintfort nicht nur friedlich nebeneinander existieren, sondern zusammenleben“, fasst Kopitzki abschließend für das Forum Integration und den Theologenkreis zusammen.

Quelle: Stadt Kamp-Lintfort

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