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Krefeld: Der Einsatz von Defibrillatoren rettet Menschenleben

Pressemeldung vom 22. Juli 2011, 11:24 Uhr

Arbeitsgemeinschaft Wiederbelebung Krefeld möchte Schüler unterrichten

Bewusstlos und ohne Atmung liegt der Torso auf dem Boden – Rettungsassistent
Michael Rammrath beugt sich über den Brustkorb. Jetzt zählt jede Sekunde, um
ein Menschenleben zu retten. Kraftvoll und mit rhythmischen Bewegungen drückt
er immer wieder auf das Herz. Mindestens fünf Zentimeter presst er seine
aufeinanderliegenden Hände in den Brustkorb auf und ab, so fest, dass dabei auch
die ein oder andere Rippe bricht. Zwischendurch setzt er routiniert zur Mund-zur-
Nase-Beatmung an. Plötzlich ertönt eine Stimme, die ihn auffordert, sofort die
Hände von der Person zu nehmen. Ein Stromstoß ist ausgelöst worden, der durch
die an der Brust befestigten Elektroden durch den Körper zuckt.

Aufmerksam verfolgen einige Mitarbeiter des Fachbereichs Schule der Stadt
Krefeld die Rettungsaktion. Sie richten ihre Blicke auf Rammrath und den leblosen
Körper. Sie sind keine Schaulustigen, sondern wissbegierige Schüler an diesem
Vormittag. Denn auf dem Boden liegt kein Kollege von ihnen, aber eine
Übungspuppe. An ihr sollen sie lernen, wie man einen automatisierten externen
Defibrillator (AED) in einem Notfall bedient. Ein Defibrillator kann durch gezielte
Stromstöße Herzrhythmusstörungen wie Kammerflimmern und Kammerflattern
beenden. Der Stromstoß ist jedoch nur eine Funktion des Gerätes.

„Wichtig ist auch die Anwendung der Herz-Druckmassage“, sagt Dr. med. Ulrich
Lenssen, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst sowie 2. Vorsitzender der
Arbeitsgemeinschaft für Wiederbelebung in Krefeld. Auch dabei hilft der
Defibrillator, der durch eindeutige akustische Angaben, Anweisungen wie „fester
Drücken“ zur Durchführung einer Herzrhythmusmassage gibt. Das bedeutet, der
Schockgeber leitet die Helfer mit Sprachunterstützung durch die
Notfallmaßnahmen und kann so gefahrlos von jedem eingewiesenen Laien bedient
werden.

Insgesamt 250 Geräte hängen bereits in Krefelder Schulen, Verwaltungsgebäuden,
Sportstätten, Polizei, Rettungsfahrzeugen und Geschäften für einen Notfall bereit.
Doch die Arbeitsgemeinschaft Wiederbelebung Krefeld möchte das Thema noch
intensiver und bewusster an mögliche Helfer herantragen. „Wir wollen zukünftig
auch die Schulen mit dem Thema Wiederbelebung vertraut machen“, berichtet
Lenssen. Den 15- bis 17-Jährigen sollen unter Einbindung der Lehrer und
Schulsanitäter in einem Lehrgang der Umgang mit dem Defibrillator erklärt
werden. Erste Erfolge hat die Arbeitsgemeinschaft Wiederbelebung schon bei den
jüngeren Schülern verbucht. „Uns ist es gelungen, Schulungen mit Neun- bis
Elfjährigen in der Kinderuniversität im Klinikum durchzuführen und sind sehr
dankbar, dass wir bei der Maßnahme von der Stadt so gut begleitet werden und
überall nur offene Türen angetroffen haben“, sagt Lenssen. Es sei wichtig, dass
jeder einmal gesehen hat, wie ein Defibrillator bedient wird.

Jährlich sterben in der Bundesrepublik Deutschland rund 130 000 Menschen.
Diese Zahl kann durch sofortige Wiederbelebungsmaßnahmen (Beatmung,
Herzdruckmassage, Notruf 112) und insbesondere durch Frühdefibrillation,
erheblich verringert werden, denn die Erfolgsaussichten für eine Wiederbelebung
ohne Folgeschäden für Gehirn und Herz sind in den ersten drei bis fünf Minuten am
Höchsten. Solche Schulungen zur Anwendung des sprachunterstützten
Defibrillators gibt Michael Rammrath, Rettungsassistent Arbeitsgemeinschaft
Wiederbelebung. „Jeder sollte einmal mit dem Gerät geübt haben“, appelliert
Rammrath. „Die meisten Kursteilnehmer sind sehr überrascht, dass man bei einer
Herzmassage so fest drücken muss“, berichtet der Rettungsassistent. Es sei
vollkommen normal, dass die Rippen bei einer Herzdruckmassage regelmäßig
brechen. Diese Scheu müsse man ablegen, um ein Leben zu retten.

Bei der Vermittlung von Kursen mit dem AED-Schulungsset hilft die
Arbeitsgemeinschaft für Wiederbelebung. Unter anderem werden Schulungen bei
dem Studieninstitut Niederrhein und beim Deutschen Roten Kreuz angeboten. Die
einmaligen Anschaffungskosten für einen Defibrillator betragen 1700 Euro, da sich

das Gerät regelmäßig selbst wartet, sind damit keine Folgekosten verbunden.
Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.awi-krefeld.de

Quelle: Stadt Krefeld

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