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Krefeld: Deutsches Textilmuseum in Krefeld zeigt restaurierte Objekte

Pressemeldung vom 10. Januar 2013, 13:40 Uhr

Zwei Jugendstilbänke mit Wirkereien nach Alf Wallander aus Villa Hügel

Mit „Eine Zierde für mein Haus – Zwei Jugendstilbänke mit Wirkereien nach Entwürfen Alf Wallanders aus der Villa Hügel“ stellt das Deutsche Textilmuseum (DTM) in Krefeld in einer kurzen Sonderschau bis zum 3. Februar zwei besondere Objekte aus, die zuvor in der eigenen Restaurationswerkstatt bearbeitet wurden. Rund 200 Stunden haben die Restauratorinnen aus Krefeld benötigt, um die Bezüge mit den edlen Wirkungen im Jugendstil aus dem Jahr 1898 an den beiden schweren Eichensofas aus der Villa Hügel fachgerecht wieder herzustellen.

Hierbei zeigte sich die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Restauratoren und Historikern, denn sie förderte wesentliche Informationen über die Herkunft der Möbelstücke zu Tage, die aus dem Besitz von Friedrich Alfred Krupp, Enkel des Krupp-Firmengründers, stammen. Die stellvertretende Leiterin des Textilmuseums, Isa Fleischmann-Heck, hatte dazu im historischen Archiv „Krupp“ in der Villa Hügel geforscht, und die Korrespondenz entdeckt, die zum Erwerb der Möbel aus Schweden führte.

Einer der Entwürfe des zu seiner Zeit führenden schwedischen Jugendstilkünstlers Alf Wallander zeigt verschiedene Eulen, das andere Sofa ist mit an Sitz- und Rückenfläche mit Mohnblumen dekoriert. Die Möbel waren damals in der Villa Hügel eher zu Repräsentationszwecken im Erdgeschoss vor dem Eingang zur Bibliothek platziert, wo Gäste und Kunden des Großindustriellen sie gut sehen konnten. Nur weil sie nicht wirklich als Sitzmöbel verwendet wurden, sind sie heute noch in einem sehr guten Zustand und nach erfolgter Restauration wieder sehr dekorativ. Nach Ende der Ausstellung in Krefeld werden sie wieder in die Villa Hügel gebracht und sind dann dort für Besucher zu sehen.

Bei der Ausstellung werden interessierten Besuchern die Arbeitprozesse und die Geschichte der beiden Möbel anhand von Auszügen aus der Dokumentation erklärt, die während des Restaurierungsprozesses erstellt wurde. Die zugrundeliegende Korrespondenz aus 1898 zwischen Friedrich Alfred Krupp und der zu der Zeit führenden schwedischen Kunstgewerbe-Firma Giöbels ist in einer Vitrine im DTM zu sehen. Außerdem sind Fotos aus der Villa Hügel und ein Bild der Stadt Essen aus der damaligen Zeit zu sehen, an dem das Ausmaß und die Bedeutung der Firma Krupp für die Stadt zu erkennen ist.

Dr. Annette Paetz gen. Schieck, Leiterin des Deutschen Textilmuseums in Krefeld, möchte mit dieser Sonderausstellung eine neue Reihe begründen, in der von Zeit zu Zeit Auftragsarbeiten aus der Restaurierungswerkstatt nach deren Fertigstellung zu sehen sein werden, um auch diese ansonsten nicht öffentlich zugänglichen Tätigkeiten des DTM präsent werden zu lassen. Ein Büchlein mit Bildern der Möbelstücke, den Hintergründen der Restaurierung und Informationen über ihren Erwerber Friedrich Alfred Krupp ist im DTM am Andreasmarkt 8 in Krefeld-Linn zum Preis von zehn Euro erhältlich.

Quelle: Stadt Krefeld

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