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Krefeld: Flachsmarkt – Deutschlands größter Handwerkermarkt Pfingsten in Krefeld

Pressemeldung vom 8. Juni 2011, 10:34 Uhr

Mittelalterliches Treiben rund um die Wasserburg in Linn

Das mittelalterliche Leben von Rittern, Knappen und Burgfräulein können
Besucher auf dem Flachsmarkt am Pfingstwochenende vom 11. bis zum 13. Juni
rund um Burg Linn in Krefeld erleben. Mit über 300 Teilnehmern ist der Krefelder
Flachsmarkt der größte Handwerkermarkt in Deutschland. Für Kinder bieten die
Veranstalter ein abwechslungsreiches Programm an. Eröffnet wird der Markt am
Pfingstsamstag gegen 12 Uhr in der Vorburg durch den Schirmherrn Otto Kentzler,
Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks.

Ein Anziehungspunkt verspricht das große Ritterlager zu werden. Die Ritter zeigen
dort ihr Können beim Ringstechen, Helmschlagen, Rolandsreiten, Sarazenenreiten,
bei der Sauhatz und beim Lanzenstechen. Die Burgmannen wetteifern im Lanzen-
und Axtwerfen. Edeldamen und Burgfräulein verfolgen die Darbietungen mit
Interesse; ein Herold stellt dem Publikum die Personen vor und erklärt die
Waffengänge. Während der Turnierpausen können die Besucher das Ritterlager
und -leben aus nächster Nähe erleben: Schmiedearbeiten von
Gebrauchsgegenständen, Schreiben mit Feder und Tinte, Bogenschießen. An
verschiedenen Stellen arbeiten Handwerker wie Töpfer, Kerzenzieher, Lehmbauer,
Steinmetz, Kunstglaser, Drucker und Instrumentenbauer. Auch in diesem Jahr liegt
ein weiterer Schwerpunkt auf dem Kinderprogramm: Die Kleinen malen an
Staffeleien, Burg und Flachsmarkt sind sicher beliebte Motive, auf der
Kasperlebühne präsentieren sich die Linner Puppenspieler mit dem beliebten
Kasperletheater.

Rund um die Stände der Handwerker werden an allen drei Tagen
Musikantengruppen, teilweise mit alten Instrumenten, und Gaukler das
Flachsmarktgelände durchstreifen. Die Musikgruppe „Rixener“ bringen
tugendhaften Bärkelgesang unters Volk. Die niederländische Gruppe um Nico

Peters sorgt für musikalischen Schwung zum Mitmachen, Jüppchen Hahnebolz
alias Günter Gall präsentiert Bänkellieder und Moritaten. Hari Fari verzaubert Groß
und Klein als Jonglierzauberclown. Lucia, die Schöne wird mit einem Korb Äpfel auf
dem Flachsmarkt unter den männlichen Besuchern ihren Liebsten suchen. Spontan
entwickeln sich herzerfrischend komische Szenen. Der Fakier „Kharou“ wird mit
erstaunlicher Fakierkunst und Kraftakrobatik die Zuschauer verblüffen. So wird er
mit seiner bloßen Zahnkraft eine erwachsene Person in der Luft schweben lassen.
Zudem wird er die Besucher mit flammenden Kunststücken faszinieren. Narr Maxx
Hoenow begeistert neben dem Musizieren mit Citôle, Guiterne, Dudelsack,
Langfanfare, Schlagwerk und Flöten seine Zuschauer mit Jonglieren und
Balancieren aller möglichen und unmöglichen Gegenstände.

Neben zahlreichen Stammgästen unter den Handwerkern sind auch einige
„Neulinge“ im Schatten der Krefelder Burg Linn dabei: Der einzige historische
Schleyfischer aus der Fischersiedlung Holm in Schleswig, ein Edelmetalltechniker
und Goldschmied aus Emmendingen, ein Brettchenweber, der aus seinen
Produkten einzigartige Schmuckstücke herstellt sowie eine Maskenbildnerin, die
die schwierige Kunst des Perückenmachens vorführt.

Als Nachfolger des im vergangenen Jahr verstorbenen, allseits beliebten
Kurfürsten Manfred I. tritt zur Eröffnung des Flachsmarktes sein Nachfolger, mit
bürgerlichem Namen Horst Isbert, seine Regentschaft an. Er wird im Rahmen der
Eröffnung in festlicher Gewandung die Insignien der Stadterhebung, Richtschwert
und Siegel an das durch die Landsknechte aufgestellte Marktkreuz anheften und
gebietet somit für die Markttage den Landfrieden. An allen drei Tagen durchstreift
der Kurfürst in Begleitung der historischen Gruppe das Marktgelände und
unterhält sich gern mit den Handwerkern und Besuchern.

Alljährlich zum Flachsmarkt zeichnet die Arbeitsgemeinschaft Flachsmarkt
Persönlichkeiten, Institutionen oder Gruppen mit der Leopold-Wahlefeld-Plakette
aus, die sich durch vorbildhaftes Engagement im Bereich Kultur,

Brauchtumspflege und Soziales sowie in der Jugendarbeit hervorgetan haben und
somit zur Förderung des Gemeinwesens Beispielhaftes leisten. So ehrt die
Arbeitsgemeinschaft Flachsmarkt im Rahmen der Eröffnung des historischen
Marktes am Pfingstsamstag in der Vorburg gegen 12 Uhr den Verein der Linner
Burggarde in der Person des ersten Vorsitzenden, Matthias Belles und den Verein
der Linner Husaren in der Person des ersten Vorsitzenden, Uwe Gosselk und
zeichnet sie mit der Leopold-Wahlefeld-Plakette für ihre Verdienste aus.

Der Flachsmarkt entstand um 1315, als Linn zur Stadt erhoben wurde. Mittelpunkt
des damaligen Linn war der Andreasmarkt. Hierhin brachten die Bauern ihren
Flachs und tauschten ihn gegen Dinge des Alltages ein. Der Flachsmarkt entwickelt
sich schnell zu einem Jahrmarkt, der außer regen Tauschgeschäften zwischen den
Bauern sowie den Händlern und Handwerkern auch der Volksbelustigung diente.
Bald war der Flachsmarkt in Linn so populär geworden, dass er in den
vergangenen Jahrhunderten viermal im Jahr stattfand. Als die Linner Bauern keinen
Flachs mehr anbauten, war das Schicksal des Flachsmarktes in seiner
ursprünglichen Bedeutung für immer besiegelt. Der letzte Flachsmarkt fand 1903
statt und geriet dann in Vergessenheit, bis 1974 einige Heimat verbundene Linner
Bürger die Initiative zu einem Neuanfang ergriffen. So liegt die Organisation der
Veranstaltung bei dem gemeinnützigen Verein „Arbeitsgemeinschaft Flachsmarkt“.

Der Flachsmarkt öffnet am Samstag, 11. Juni, von 10 Uhr bis 19 Uhr, am Sonntag,
12. Juni, von 10 Uhr bis 19 Uhr und am Montag, 13. Juni, von 10 Uhr bis 18 Uhr
Uhr. Erwachsene zahlen sechs Euro Eintritt, Kinder unter 16 Jahren zwei Euro.
Kinder unter sechs Jahren haben freien Eintritt. Am Pfingstwochenende sind wegen
des Flachsmarkts die Museen in Linn geschlossen. Mit der Eintrittskarte zum Markt
kann man sich später eines der Museen kostenlos anschauen. Weitere
Informationen zum Programm und zur Anfahrt stehen im Internet unter
www.flachsmarkt.de.

Quelle: Stadt Krefeld

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