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Krefeld: Karnevals-Bericht 2011 im Ordnungsausschuss vorgestellt

Pressemeldung vom 1. Juni 2011, 15:21 Uhr

Lob für Wirte, Appelle an Eltern auffällig gewordener Jugendlicher

Die Bilanz zu den Karnevalstagen 2011 wurde nun im Ausschuss für Ordnung,
Sicherheit und Verkehr vorgestellt. „Wir hatten das Gefühl, dass es besser
gelaufen ist, als in den vergangenen Jahren“, sagte Helmut Drüggen. Der Leiter
des Fachbereichs Ordnung lobte dabei ausdrücklich die Betreiber von Gaststätten
und Kneipen, die aus freien Stücken auf Glas verzichtet hatten: „Ein Glasverbot ist
schwierig umzusetzen, das war uns im Vorfeld klar. Dass viele aber freiwillig auf
Einweg-Becher umgestiegen sind, hat uns positiv überrascht.“ Nicht so zufrieden
war Drüggen jedoch mit der Gleichgültigkeit mancher Eltern. Beobachtet wurde,
dass diese ihre Kinder samt Alkohol ins Karnevalstreiben entließen. Insgesamt
mussten im Zeitraum zwischen Altweiber und Rosenmontag 16 Personen unter 18
Jahren nach Alkoholmissbrauch stationär behandelt werden.

Als Fazit der Polizei, der Feuerwehr, der Rettungsdienste und des Kommunalen
Ordnungsdienstes wurde festgehalten: Insgesamt ist der Ablauf der
Karnevalsumzüge 2011 etwas entspannter verlaufen als im Vorjahr. Allerdings
waren an einigen Stellen nach wie vor nicht unerhebliche Verschmutzungen und
Glasbruch zu verzeichnen. Darüber hinaus war eine Belästigung durch „wildes
Urinieren“ zu beklagen. Die Zahl der Ordnungskräfte von Polizei und Stadt wurde
bis zur Kapazitätsgrenze erhöht. Sollen die Störungen weiter eingeschränkt
werden, kann dies nur durch den verstärkten Einsatz privater Ordnungskräfte und
Aufstellen mobiler Toilettenanlagen erreicht werden. Die entstehenden Kosten
müssten die Veranstalter tragen.

Im Vordergrund aller Kontrollmaßnahmen sollten weiterhin die sogenannten
Alkoholvorkontrollen stehen. Hierzu gehört auch eine Fortsetzung von Testkäufen
durch Jugendliche. Gerade diese erwiesen sich als probates Mittel. Im Februar
wurden an zwei Tagen Testkäufe mit drei männlichen Jugendlichen (16 und 17

Jahre alt) im Innenstadtbereich und in den Außenbezirken durchgeführt. Insgesamt
wurden 20 Kioske kontrolliert, die nach Beschwerden und Hinweisen bereits vom
Kinder- und Jugendschutz aufgesucht und belehrt worden waren. Trotzdem
erhielten die Jugendlichen in sechs Kiosken ohne Probleme den gewünschten
Alkohol, darunter auch eine Flasche Wodka. Gegen diese Kioske wurde ein
Bußgeldverfahren eingeleitet. Die Verwaltung schlägt vor, die Testkäufe zukünftig
weiterzuführen, um eine Präventivwirkung zu erzielen. Der Fachbereich
Jugendhilfe und Beschäftigungsförderung, der an den Testkäufen beteiligt war,
betreute während der Karnevalszeit alkoholisierte Kinder und Jugendliche und
übergab sie an die Erziehungsberechtigten. Zudem wurden die Eltern
angeschrieben, deren Kinder im Zusammenhang mit nicht altersmäßigem Besitz
oder Konsum von Alkohol auffällig wurden. Gespräche mit ihnen und den Kindern
wurden und werden gesucht, gegebenenfalls auch weiterführende Hilfen
vermittelt.

Bezüglich eines von der Polizei weiterhin angeregten Glasverbots wird die
Rechtsprechung durch das Oberverwaltungsgericht in Münster weiterverfolgt.
Soweit ein Urteil im laufenden „Kölner Verfahren“ vorliegt, wird daüber im
Ausschuss berichtet. Der komplette Bericht steht im Internet auf www.krefeld.de
zum Download bereit.

Quelle: Stadt Krefeld

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