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Krefeld: Künstler Will Cassel mit Krefelder Stadtsiegel ausgezeichnet

Pressemeldung vom 24. Juni 2011, 14:03 Uhr

Der Krefelder Maler, Zeichner und Objekt-Performance-Künstler Will Cassel wird
heute, Dienstag 21. Juni, von Oberbürgermeister Gregor Kathstede für seine
langjährigen Verdienste mit dem Stadtsiegel der Samt- und Seidenstadt geehrt.
Will Cassel wählte für seine Abstraktion den Gartenzwerg. Der Künstler, der seine
„zweite Heimat“ in New York hatte, erschafft neben Bildern und Objekten auch
Tücher, Grafiken, Poster und Postkarten.

Wilhelm Georg Cassel wurde am 25. August 1927 in Dortmund geboren und zog
1934 mit seiner Familie nach Krefeld. Schon früh begann er zu zeichnen. Er
besuchte von 1943 bis 1948 die Werkkunstschule in der Seidenstadt, 1952 bis
1953 war er auf Studienreise in Italien. Bereits im Jahr 1962 wurde er mit dem
Kunstpreis der Stadt Krefeld und der Plakette „Reichsfreiherr vom Stein“
ausgezeichnet. Nachdem er kurzzeitig als Werbeleiter einer Bonner Modefirma
gearbeitet hatte, begann er 1966 als Dozent an der Schule für Textile Künste in
Krefeld zu lehren. Ab 1967 machte er Umweltaktionen in vielen deutschen Städten
(politische Kunst), er meditierte mit einer Zwergenscene über seine Texte.

Das Fahrrad wurde – neben dem Gartenzwerg – zu seinem Markenzeichen. Von
den „Stinktieren Autos“ hält er nichts. Diese Überzeugung brachte ihm auch den
Titel „Radfahrer des Jahres 1994“ ein. Von 1972 bis 1980 lehrte Cassel an den
Gesamthochschulen Dortmund und Essen und erhielt im Jahr 1977 den
internationalen Kunstpreis Joan Miró in Barcelona. „Das kleine Cassel Museum“,
ein privates Museum im Obergeschoss seines Hauses am Kuhdyk im Hülser Bruch,
eröffnete er 1997.

In Cassels „Welttheater“ sind seine abstrahierten Zwerge Programm und
Schauspieler ab 1972, aber sie sind nur ein Teil seines künstlerischen Schaffens
und Werdegangs, der sich von kinetischen Objekten über poetische Betrachtungen

erstreckt. Cassel scheute sich zu gegebenem Anlass auch nie, politisch Stellung zu
beziehen, er protestierte in New York vor der UN und vor dem Weißen Haus in
Washington gegen Menschenrechtsverletzungen.

Der meist in Schwarz gekleidete Künstler mit den drei reduzierten
Taschenuhrensymbolen für die Relativität der Zeit (eine davon enthält
selbstverständlich einen Zwerg und weißen Zwergenstaub), geht und radelt gern
und häufig durch die Straßen der Innenstadt. Er hat sieben der beliebten Krefelder
Seidentücher gestaltet, schön farbig, mit Kreis und Quadrat, Mandala und
Weltbühne. Auch für die Sanierung der Turmspitze von St. Dionysius, Krefelds
Innenstadtkirche an der Rheinstraße, engagierte er sich. Cassel selbst – und die
meisten Krefelder mit ihm – begreift sich selbst als lebendes Kunstobjekt.

Seit 1958 zeigt Will Cassel seine Werke in zahlreichen Ausstellungen, unter
anderem in Finnland, Italien, Japan, Jerusalem, Polen (Warschau), den
Niederlanden und den USA. Er ist Vater zweier Töchter und zweier Söhne und hat
fünf Enkelkinder. Weitere Informationen gibt es unter www.will-cassel.de.

Quelle: Stadt Krefeld

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