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Krefeld: Kunstmuseen Krefeld präsentieren erstmalig die Sammlung Ebers

Pressemeldung vom 21. Juli 2011, 12:13 Uhr

Weltpremiere von Richard Artschwagers „Chair²“ im Museum Haus Lange

Die Kunstmuseen Krefeld zeigen zum ersten Mal alle von der Heinz und Marianne
Ebers-Stiftung in den vergangenen 14 Jahren erworbenen Bilder, Skulpturen und
Installationen. Die Sammlung internationaler zeitgenössischer Kunst umfasst 53
Werke unter anderem die „Bronzefrau Nr. II“ von Thomas Schütte sowie eine
Fotoreihe von Stephen Shore und Werke von Anton Henning. Im Museum Haus
Lange wird dabei erstmalig Richard Artschwagers „Chair²“ (2011) der
Öffentlichkeit präsentiert. Herausragende Einzelarbeiten von Teresa
Hubbard/Alexander Birchler, Karin Kneffel, Paul McCarthy/Mike Kelley, Kiki Smith
und Christopher Williams runden das Bild der Sammlung ab. Die Ausstellung
„Heinz und Marianne Ebers-Stiftung – Eine Sammlung von Format“ geht bis zum
25. September.

Den besonderen Stellenwert der Stiftung für die Kunstmuseen Krefeld hob
Museumsdirektor Dr. Martin Hentschel bei der Eröffnung vor rund 150 Gästen im
Garten von Haus Lange hervor. „Dank des Engagements der Stiftung Ebers
konnten die Kunstmuseen Krefeld ihr hohes Niveau unter den Museen in
Rheinland halten“, sagte Hentschel. Das 100-jährige Bestehen des Kaiser-Wilhelm-
Museums nahm Marianne Ebers 1997 zum Anlass, eine Stiftung zum Ankauf von
zeitgenössischer Kunst zu gründen. Mit einem Stiftungskapital von 2,5 Millionen
D-Mark konnten so seitdem jedes Jahr eine sechsstellige Summe zum Kauf von
Kunstwerken aufgebracht werden. Eines der ersten Werke war das
„Wittgensteinzitat“ von Franz West.

„Ich hatte nicht damit gerechnet, dass wir alle Werke in Haus Lange der
Öffentlichkeit zeigen können“, sagte Hentschel. Einzig die Skulptur von Schütte
steht im benachbarten Hof von Haus Esters. Die Sammlung-Ebers ist keine
parallele Einrichtung, sondern eine „sinnvolle Ergänzung“ zur Sammlung der

Kunstmuseen, so Hentschel. „Es gibt hier viele Verbindungsstränge. Den vollen
Umfang wird man aber erst nach der Widereröffnung des Kaiser-Wilhelm-Museums
sehen können“, betonte der Museumsdirektor. Doch die Werke der Stiftung Ebers
stehen schon für sich in einem engen Bezug so zum Beispiel zwischen Stefan
Kürtens „Shadowtime“ und Thomas Ruffs „Nacht 17 III“. Solche Zusammenhänge
kann der Besucher in der Mies van der Rohe-Villa mehrfach entdecken.

Die meisten Kunstwerke der Heinz und Marianne Ebers Stiftung wurden im
Rahmen von Ausstellungen in den Krefelder Kunstmuseen erworben. Seit 2001
berät Dr. Martin Hentschel mit einem Vorschlagsrecht die drei Mitglieder des
Stiftungsvorstandes. „Das ist auch gut so, denn auf diese Weise ist diese schöne
Sammlung entstanden“, sagte Ulrich Ebers. Seine Stiefmutter gründete die
Stiftung, die sich sehr für Kunst interessierte. Das Ganze nahm seinen Anfang bei
einer Tasse Tee.

Der ehemalige, stellvertretende Museumsleiter Julian Heynen schreibt im Katalog
über diese Begegnung mit Marianne Ebers: Es gab nur wenig, aber herzlichen
Small Talk, dann kam sie zur Sache. Sie wolle eine Stiftung zugunsten der
Kunstmuseen einrichten. „Sie kenne ja die seit der Zeit von Paul Wember dort
geleistete hervorragende Arbeit für die zeitgenössische Kunst sehr gut und wisse,
mit wie wenig (städtischem) Geld das zuwege gebracht werden müsse. Krefeld sei
ihre Stadt, und sie wolle von dem hier erwirtschaftetem Vermögen etwas an sie
zurückgeben in Form einer Zukunftsinvestition in Sachen Kunst und Kultur.“

Zur Ausstellung ist im Kerberverlag, Bielefeld, ein Katalogbuch mit Texten von
Julian Heynen und Martin Hentschel (deutsch/englisch, 108 Seiten) erscheint, in
dem sämtliche Werke abgebildet sind. Im Museum kostet der Katalog 25 Euro, im
Buchhandel 34 Euro. Weitere Informationen stehen im Internet unter
www.kunstmuseenkrefeld.de.

Quelle: Stadt Krefeld

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