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Krefeld: Zwei mobile Theatergruppen rütteln Krefeld auf

Pressemeldung vom 29. Juni 2011, 10:39 Uhr

Projekt des Fachbereichs Jugendhilfe und Beschäftigungsförderung kommt gut an

Wut, Aggressionen und Emotionen – all das macht einen Juckreiz aus. Und
deswegen heißen die neuen mobilen Theatergruppen des Fachbereichs
Jugendhilfe und Beschäftigungsförderung genau so. „Hier geht es zur Sache. Wir
wollen keine leichten Themen, wir wollen zur Diskussion anregen“, sagt Mariola
Küsters. Sie ist eine von zwei Theaterpädagoginnen, die sich um die mittlerweile
zwei Gruppen kümmern. Knapp 20 Jugendliche, zwischen 14 und 21 Jahren alt
tummeln sich hier, um erste, unverkrampfte „Gehversuche“ in Sachen Theater zu
machen. Die einen wurden Anfang des Jahres durch einen Zeitungsaufruf auf das
Projekt aufmerksam, andere erhielten in der Schule Informationen. Andere kamen,
weil der Freund oder die Freundin begeistert von „Juckreiz“ erzählte. „Wir haben
mit der Resonanz nicht gerechnet, aber darauf gehofft“, erklärt Norbert Axnick,
Leiter der Abteilung Jugend im Fachbereich. Da sich das Projekt herumspreche,
kämen immer mehr Anfragen nach Aufführungen, schildert er. Denn „Juckreiz“ ist
buchbar und reagiert schnell auf Wünsche.

So hat eine der beiden Gruppen innerhalb weniger Wochen ein Stück zum Thema
„Kinderarmut“ geprobt und dies wenig später bei einer Fachtagung in der
Hochschule Niederrhein aufgeführt. Lehrer, Erzieher, Ehrenamtliche und weitere
Experten hatten das Thema bis dahin nicht vollständig erfasst – erst die Impulse
von „Juckreiz“ sorgten für neue Ansätze. „Auch in der Hauptschule Prinz-
Ferdinand-Straße haben wir positives Feedback erhalten. Nach der Aufführung
haben wir noch lange mit den Schülern der achten Klasse diskutiert“, sagt die 17-
jährige Jana. Ein kurzes Stück zum Thema Alkohol kam ebenfalls gut an –
wohlgemerkt bei Jugendlichen, die es zur Auflage bekommen hatten, sich dieses
anzusehen. „Wir spielen vor verschiedenen Ziel- und Altersgruppen und haben
festgestellt, dass es nahezu überall funktioniert. Wir gehen auf die Zuschauer zu,
suchen den Dialog“, so Theaterpädagogin Verena Meyer. Anders als ihre Kollegin

lässt sie gerne Textpassagen oder Slogans einfließen und gibt so einen Rahmen.
Mike, mit 31 Jahren der Älteste im Ensemble, erklärt: „Wir haben frei gespielt,
dann gab es einen Stopp und es ging mit einem vorgegeben Text weiter, um später
wieder freier zu werden. Wir haben das Stück durch diesen steten Wechsel
lebendig gemacht.“ Mariola Küsters gibt ihrer Gruppe dagegen komplett freie
Hand: „Ich lasse meine Schauspieler frei sprechen, da mich interessiert, wie sie
selber über das Thema denken und wie sie draußen, im Alltag, darüber sprechen.
So kommt es authentisch rüber.“

Was beide Theaterpädagoginnen nicht verschweigen, ist der hohe Anspruch an die
Gruppen. Egal, ob sie sich ein Thema selber ausgesucht haben oder an einer
Auftragsarbeit sitzen: es muss schnell gehen. Nach wenigen Proben muss das
Stück bühnenreif sein. „Zwar beruht vieles auf Improvisation, aber es ist eine
große Herausforderung, innerhalb kurzer Zeit eine Szene zu entwickeln“, sagt
Axnick. Er lädt weitere Jugendliche zum Mitmachen ein.

Wer Interesse hat, kann sich bei Katharina Jakobs, Fachberaterin im Kinder- und
Jugendschutz, unter der Rufnummer 02151 863284 oder per E-Mail
katharina.jakobs@krefeld.de melden. Sie nimmt auch Anfragen für weitere Stücke
entgegen. Geprobt wird je nach Gruppe montags und dienstags in der
Jugendkulturwerkstatt Juks in der Fabrik Heeder, Virchowstraße 130.

Quelle: Stadt Krefeld

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