Energiewechsel

Lemgo: Neuer Urnenhain auf dem Waldfriedhof Lüningheide

Pressemeldung vom 27. August 2015, 13:21 Uhr

Naturnahe Bestattungsform ohne Pflegeaufwand

„Das Bestattungswesen ändert sich“, stellte Bürgermeister Dr. Reiner Austermann treffend fest, als sich eine kleine Runde von Bestattern und Beteiligten des Projekts „Urnenhain“ vor einigen Tagen vor Ort auf dem Waldfriedhof Lüningheide traf. Viele Menschen wollen naturnah bestattet werden und es wird zunehmend nach pflegeleichten Alternativen gefragt. Mit dem Urnenhain ist nun eine weitere Bestattungsmöglichkeit hinzugekommen. Hier haben auch die Angehörigen der Verstorbenen einen ruhigen Ort in der Natur um Andacht zu halten. „Die Menschen sind unterschiedlich und so unterschiedlich sind auch ihre Wünsche“, begründet der Bürgermeister die Umsetzung. Und so hat die Alte Hansestadt Lemgo in Zusammenarbeit mit der Lemgoer Steinmetzmeisterin Carolin Engels die neue Form der Bestattung erarbeitet.

„Wir haben zwei Jahre lang nach einer passenden Fläche gesucht“, schildert Hans-Friedrich Meiercord, Leiter von Forst und Grün Lemgo. Auf dem Friedhof gab es eine bislang nicht genutzte waldähnliche Fläche, auf der Platz für die pflegeleichten Urnengräber ist. Es sollte ein ruhiges, naturnahes Ambiente geschaffen werden, ohne die Kosten für die Bürger anzuheben und so sind die Preise beim Urnenhain gleich mit denen eines Rasengrabs. Es ist auch hier möglich, neben den Reihengräbern, bei denen nur eine Grabstelle erworben wird, Wahlgräber für zwei Urnen nebeneinander zu erwerben, gerne genommen von Ehepaaren.

Laut Carolin Engels ist der Urnenhain gerade für diejenigen eine Alternative, die an eine Bestattung im Friedwald überlegen. Es sei etwas Besonderes, vor allem, da hier mit Farben gearbeitet werde. An den aufgestellten Stelen befinden sich bunt gestaltete Keramikklötze. Diese dienen zunächst als Platzhalter für die, dann in Zusammenarbeit mit der Keramikerin Anja Kracht oder einem anderen Keramiker, individuell von den Angehörigen gestalteten Steine. Den „Platzhalter“ können die Angehörigen dann nach Anbringung des gestalteten Steins, als Erinnerung an den Verstorbenen, mit nach Hause nehmen. Auf Wunsch der Angehörigen können Name, Geburts- und Sterbedatum der bestatteten Person auf den Gedenkstelen angegeben werden. Markiert wird die individuelle Grabstelle durch eine Nummer auf dem Boden. Dadurch sind sie nicht anonym und haben dennoch keinen Pflegeaufwand.

Dass man ein Erinnerungsstück bei sich zuhause hat, ist laut Bürgermeister Dr. Reiner Austermann besonders bemerkenswert. Daher sei er sich sicher, dass der Urnenhain von den Bürgerinnen und Bürgern gut angenommen werde.

Quelle: Alte Hansestadt Lemgo

Share on Facebook Share on Google+

 Hinweis