Energiewechsel

Lemgo: Stadt Lemgo und Hochschule OWL kooperieren

Pressemeldung vom 1. Juni 2011, 15:00 Uhr

Erfolgreicher Abschluss eines Forschungsprojektes
In Lemgo wie in weiten Teilen der Bundesrepublik erfolgt die Abwasserableitung überwiegend über Mischwasserkanäle, die nicht nur das Schmutzwasser aus Haushalten und Industrie zu den Kläranlagen transportieren, sondern auch das Regenwasser von Dächern und Straßen aufnehmen müssen. Bei starken Regenfällen können die Kläranlagen jedoch nicht die gesamten ankommenden Wassermengen behandeln, so dass in diesen Fällen stark verdünntes Mischwasser in die Flüsse eingeleitet werden muss und diese belastet. Eine Möglichkeit, den Schmutzeintrag zu verringern, besteht im vorübergehenden Speichern des Mischwassers in den in der Regel nur teilweise gefüllten Abwasserrohren. Dazu sind technische Voraussetzungen in Form von Wehren und Absperrvorrichtungen zu schaffen und ein entsprechendes Regelkonzept zu entwickeln.

In Städten wie Dresden und Wien ist diese Strategie der Abflusssteuerung bereits realisiert worden, während sie für die Region OWL noch Neuland darstellt. Im Rahmen eines von der Hochschule OWL, Fachbereich Umweltingenieurwesen und Angewandte Informatik, koordinierten Forschungsprojektes wurde in den vergangenen beiden Jahren untersucht, inwieweit sich eine Abflusssteuerung in der Stadt Lemgo umsetzen ließe. Mit Hilfe von Simulationsrechnungen unter Verwendung eines Gewässergütemodells sollte dabei auch gezeigt werden, welche positiven Auswirkungen sich daraus für die Wasserqualität in der Bega ergeben. Aufgrund der Bedeutung für ganz NRW wurde das Projekt zu großen Teilen vom Land gefördert.

Zum Abschluss des Projektes wurden jetzt die wesentlichen Ergebnisse im Rahmen eines gut besuchten Seminars auf dem Campus Höxter der Hochschule OWL vorgestellt. Zunächst gab Prof. Manfred Miethe (Westfälisches Umwelt Zentrum) einen Überblick über die Thematik und ging dabei auch auf vorangegangene Arbeiten ein, in denen die Grundlagen für das Gewässergütemodell für die Bega gelegt worden waren. Danach erläuterte Dr. Lothar Fuchs vom Institut für technisch-wissenschaftliche Hydrologie in Hannover sehr anschaulich die Grundlagen der Kanalnetzsteuerung, bevor Dipl.-Ing. Kai Otte-Witte vom Ingenieurbüro für Wasser, Umwelt und Datenverarbeitung in Höxter die einzelnen Projektphasen und die dabei erhaltenen Resultate darstellte. Er zeigte, dass an mehreren Punkten im Kanalnetz von Lemgo Maßnahmen möglich sind, die zu einer deutlichen Verringerung der Gewässerbelastung der Bega bei Starkregen führen würden. Die Ergebnisse wurden anschließend von Dipl.-Ing. Bert Schumacher (Bezirksregierung Detmold) aus Sicht der Aufsichtsbehörde und Dipl.-Ing. Jürgen Hennigs (Stadt Lemgo) aus Sicht der Kommune diskutiert und bewertet. Zum Abschluss ging Prof. Dr. Martin Oldenburg (Hochschule OWL) auf die Konsequenzen einer Kanalnetzsteuerung für den Betrieb der Kläranlage ein. Eine lebhafte Diskussion rundete das gelungene Seminar ab.

Für die Stadt Lemgo sind die Ergebnisse aus diesem Forschungsprojekt in doppelter Hinsicht positiv zu bewerten. Zum einen, wie bereits beschrieben, ergibt sich für die Bega aufgrund optimierter Speicherbewirtschaftung im Kanalnetz eine geringere Gewässerbelastung und somit eine erhöhte Wasserqualität , zum anderen können zukünftige Investitionen in das Lemgoer Kanalnetz, hier insbesondere in den Bau von Speicherbecken, deutlich geringer ausfallen.

Konkret fliesen die Ergebnisse in den zur Zeit in Arbeit befindlichen Generalentwässerungsplan Lemgo sowie in das Abwasserbeseitigungskonzept Lemgo mit ein und werden somit Bestandteil zukünftiger Planungs- und Bauvorhaben.

Quelle: Alte Hansestadt Lemgo

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