Energiewechsel

Mechernich: Abschied von der Planche

Pressemeldung vom 26. Februar 2015, 10:13 Uhr

Mechernicher Fechter Dr. Hans Kühn hängt sportliche Waffen nach mehr als 60 Jahren an den Nagel – Positives Fazit nach beeindruckender Karriere: Weltmeisterschaft 1957 in Paris und Olympiakader für Spiele 1960 in Rom

Mechernich – „Die Kunst besiegt die Kraft!“ Diesen alten, aber immer noch gültigen Fechter-Wahlspruch versucht der erfolgreiche Mechernicher Fechter Dr. Hans Kühn dem Nachwuchs bei seinen Trainingsbesuchen zu vermitteln. Der 82-Jährige muss es wissen: Neben zahlreichen Titeln in deutschen Meisterschaften kann er in seiner Karriere auf eine Teilnahme bei der Weltmeisterschaft 1957 in Paris und auf seine Berufung in den Olympiakader für die Spiele 1960 in Rom zurückblicken. Nach mehr als 60 Jahren im aktiven Florett- und Degenfechten für den Deutschen Fecht-Club Düsseldorf (DFCD) und den TuS Chlodwig Zülpich hängt Dr. Hans Kühn nun seine sportlichen Waffen an den Nagel.
„Kühn schlug Tollkühn“ lautete im Oktober 1957 eine Schlagzeile in der „Hamburger Morgenpost“. Damals hatte der gerade 24 Jahre alte angehende Arzt Hans Kühn den einheimischen Florettfechter Reinhard Tollkühn in den Deutschen Mannschafts-Meisterschaften besiegt. „Kühn“ war der Sportler im wahrsten Sinne des Wortes schon seit mehreren Jahren auf der Planche, also der Fechtbahn, unterwegs.

Seine ersten Titel sowohl mit der Mannschaft als auch in Einzelwettkämpfen holte sich der ausgebildete Turnierfechter 1954 bei Deutschen Hochschul-Meisterschaften (Mannschafts-Meister im Degenfechten und bester Einzelfechter in Nürnberg), bei den Universiaden 1957 und 1959 in Turin und Paris sowie bei zahlreichen Meisterschaften auf Landesebene. Die Fecht-Welt erlebte Hans Kühn als fairen, hilfsbereiten Sportler aus dem Rheinland.
„Ich habe durch meinen Sport viele Länder in Europa kennengelernt“, erzählt Kühn am Ende seiner sportlichen Karriere. Höhepunkte waren vor allem die Teilnahme mit der Degen-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 1957 in Paris und die Berufung in den Kader für die Olympischen Spiele 1960 in Rom. Dort musste der Mechernicher allerdings nach Lehrgängen und Ausscheidungskämpfen gegen die damalige DDR-Fechtelite in Leipzig und Bad Dürkheim im wahrsten Sinne des Wortes „die Waffen strecken“: Aus der Traum von Olympia – und das trotz Platz fünf in der deutschen Rangliste.
Beruflich verschlug es Hans Kühn 1972 als Arzt für Nuklearmedizin an das Kreiskrankenhaus Mechernich in die Eifel – und damit auch in die aufblühende Fechtabteilung des TuS Chlodwig Zülpich. Mit der Degen-Mannschaft wurden die Römerstädter zweimal Landesmeister und 1977 sogar Deutscher Vizemeister in Sindelfingen. „Linksfechter“ Hans Kühn setzte sich indessen gegen bis zu 20 Jahre jüngere Sportfreunde durch und landete auf dem Siegerpodest.
Zum Abschluss seiner internationalen Karriere konzentriert sich Hans Kühn auf die deutschen Senioren-Meisterschaften, wo er vor vier Jahren im Alter von 78 Jahren seinen letzten Titel gewann. Heute ist er bei diesen Vergleichen „nur“ noch sachkundiger Beobachter und Betreuer seiner Zülpicher Fecht-Freunde.
Sportlich aktiv bleibt Dr. Hans Kühn im Tennis-Club Blau-Gold Kommern, dessen Präsident er auch zehn Jahre lang war. Der „Linksfechter“ spielt Tennis rechts- wie linkshändig gleichermaßen stark. Mit seinen Tennis-Freunden liefert sich gerne das eine oder andere Match – so gehen ihm auch die Goldmedaillen nicht aus.

Quelle: ProfiPress – Agentur für Kommunikation

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