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Mechernich: Die „Geh-hin-Kirche“ war da

Pressemeldung vom 21. Juli 2011, 14:56 Uhr

„New Key“, der neue Schlüssel junger Menschen zu Gott, Christentum und Kirche: Eifeler Jugendkirche machte auf ihrer Dauertournee durch die Aachener Bistumsregion Eifel Zwischenstopp an St. Andreas in Glehn – Vorbereitungsteam versuchte Altersgenossen Zukunftsängste und Sorgen wegen möglicherweise falscher Lebensentscheidungen zu nehmen – Mit Zuversicht und Gottvertrauen wird man eines Tages vermutlich sagen können: „Et hätt noch emmer joht jejange“

Mechernich – In Glehn war Samstagabend Jugendmesse. Hardy Hawinkels‘ durch die Eifeler Kirchengebäude vagabundierende Jugendkirche „New Key“ war zu Gast. Sie mobilisiert, das ist ihr System, ein rund 15köpfiges Vorbereitungsteam in den Gemeinden vor Ort, in dem gemeinsam mit dem Jugendkaplan der Region Eifel über Wochen der nächste Gottesdienst für die ebenfalls mitziehende New-Key-(Fan-)Gemeinde inhaltlich vorbereitet wird.
Zu den monatlich stattfindenden Jugendmessen kommen dann immer zwischen 100 und 300 junge Christen und, das zeigte sich auch am Sonntagabend in Mechernich-Glehn, zunehmend auch Angehörige der Eltern- und Großelterngeneration. Manche der nicht mehr ganz jungen New-Key-Anhänger mögen aus Neugier kommen, die Mehrzahl aber, weil ihnen die Art Gottesdienst zu feiern, gefällt und gut tut.
„Kenne lange Laber“ war so auch im Vorbereitungsteam für die jüngste Mechernicher New-Key-Messe in St. Andreas Glehn die Vorgabe der jungen Christen aus Mechernich-West. Diesen Jugendlichen aus dem Zuständigkeitsbereich von Pfarrer Heinz-Josef Arenz hatten sich fünf Firmlinge um die Katechetin Karla Langer aus Eifeldekan Erik Pühringers Kernstadt-Pfarrei St. Johannes Baptist in Mechernich angeschlossen.
Nicht alle, die mit vorbereitet hatten, konnten auch mit Gottesdienst feiern, weil sie am zeitgleich stattfindenden Aussendungsgottesdienst der Weltjugendtagpilger in Aachen teilnahmen. Der Freude am Messefeiern mit jugendgemäßer Musik, Dialogen und Rollenspielen, bunten Tüchern, selbst gestalteten Plakaten, bei Kerzenlicht und selbstgewählter Sitzposition tat das keinen Abbruch. Die Glehner Pfarrkirche St. Andreas war pickpacke voll.
Inhaltlich ging es unter dem Motto „Et hätt noch emmer joht jejange“ um Zukunft, Entscheidungsangst und Gottvertrauen. Die Eifelausgabe der KirchenZeitung für das Bistum Aachen schreibt in ihrer übernächsten Ausgabe über die Jugendmesse von Glehn gestern Abend: „Dass sich mit Eifeler „Laissez-faire“ allein das Leben meistern lässt, wird allgemein bezweifelt. Gleichwohl sollten junge Menschen sich auch nicht bange machen lassen. Sondern mit der Zuversicht ins Leben starten, dass Gott ihnen beisteht, immer und überall.“
Weiter heißt es, man müsse als Jugendlicher viele Entscheidungen treffen, hinzu kommt, dass man sich erst an sein erwachsen werdendes Äußeres wie an sein anders „tickendes“ Seelenleben gewöhnen müsse. „Dass das keine leichte Zeit ist, demonstrierten die jungen Christen in Rollenspielen, die sie über Wochen gemeinsam mit Jugendkaplan Hardy Hawinkels und dem Glehner Katecheten Manfred Schiffer ausgesucht und ausgedacht hatten“, schreibt der Mechernicher Redakteur Manfred Lang.
Hardy Hawinkels, der die Messe auf die ihm eigene und unnachahmliche Art „zelebrierte“, versuchte, den jungen Leuten die Angst vor den in ihrem Leben anstehenden Entscheidungen zu nehmen. Entscheiden, ob links oder rechts gehen, sitzen oder stehen, mitsingen oder schweigen, mussten die Gottesdienstbesucher in der pickepacke vollen Glehner St.-Andreas-Kirche selbst.
Die Vorbereitungsgruppe aus Glehner, Bleibuirer und Mechernicher Pfarrjugendlichen hatte den Mittelgang versperrt und zur Entscheidung herausgefordert, ob die Kirchenbesucher links oder rechts gehen wollten. Später mussten sie dann auch noch zur Wahlurne gehen und abstimmen, wer eher zuversichtlich in seine Zukunft blickt, und wer eher skeptisch ist.
Ebenso optimistisch und gottvertrauend wie das Abstimmungsergebnis – alle stimmten mit „Zuversicht“ – klang das, was die Sacro-Pop-Band „Spirit“ gemeinsam mit den jungen und nicht mehr ganz jungen Christen als Chor musikalisch auf die Beine stellte. Die Eucharistiefeier hindurch, das Hochgebet begleitend, sang die Gottesdienstgemeinde „Bless the Lord, my soul, and bless God’s holy name, bless the Lord, my soul, who leads my into life“. Eine ergreifende und mitreißende Eucharistiefeier, wie die Gesichter verrieten.
Gegründet worden war die Jugendkirche „New Key“ vor sechs Jahren. Und zwar aus einem Kreis von Jugendlichen und Erwachsenen in der ganzen Eifel heraus, der aus Leuten besteht, die in ihren Jugendaktionen und Gottesdiensten schon vorher punktuell mit Jugendkaplan Hardy Hawinkels zusammengearbeitet hatten. Finanzielle Unterstützung leistete schon in dieser Startphase die VR-Bank Nordeifel, die sich als genossenschaftlich organisierte Hausbank der Eifelregion definiert.
Das Bistum selbst befand sich in der Gründungsphase von „New Key“ gerade auf dem Tiefpunkt seiner Finanzkrise. Da es mit zu den Aufgaben der VR-Bank Nordeifel zählt, junge Leute in ihrer Entwicklung zu unterstützen, ließ man sich nicht lange bitten. „Seither finanziert uns die VR-Bank unter anderem die Werbung, sprich Plakate, Flyer, Transparente und Rollups“, so Hardy Hawinkels.
Zur Gründung von „New Key“ hießt es damals in einem Bericht der Mechernicher „Agentur ProfiPress“: „Der Kölner Ex-Kardinal Joseph Höffner hat das Wort von der »Geh-hin-Kirche« geprägt. Jugendseelsorger Hardy Hawinkels hat es gemeinsam mit seinen Mitstreitern in der Jugendarbeit der Aachener Bistumsregion Eifel ganz konkret umgesetzt. Und zwar in Form der 2005 mit dem Segen der Dechanten-Konferenz und des Bischofs von Aachen konstituierten Jugendkirche „New Key“.
„New Key“, der „neue Schlüssel“ für junge und jung gebliebene Menschen zu Spiritualität und Glauben, geht mit seinen Gottesdiensten und Angeboten „auf Tournee“, ist also nicht an einem festen Ort, beispielsweise an nur einer Kirche, beheimatet. Am Sonntagabend war „New Key“ zum wiederholten Mal in der GdG (Gemeinschaft der Gemeinde) „St. Barbara“ am Mechernicher Bleiberg zu Gast, zum zweiten Mal in Glehn.

Quelle: ProfiPress – Agentur für Kommunikation

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