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Mechernich-Kommern: Frische Farben für die Museumsbienen

Pressemeldung vom 20. Juni 2011, 13:42 Uhr

Lehrbienenstand im LVR-Freilichtmuseum Kommern renoviert – Kreisimkerverband Euskirchen betreut zehn Völker – Exkursionen für Schulklassen

Kommern – Eine Renaissance soll der Lehrbienenstand im LVR-Freilichtmuseum Kommern erleben. Dazu wurde dieser nun in Abstimmung mit dem betreuenden Kreisimkerverband Euskirchen renoviert und am vergangenen Dienstag eingeweiht. „Jetzt, wo alles renoviert ist, werden wir den Lehrbienenstand wieder in unser Programm mit einbeziehen. Die Nachfrage ist jedenfalls sehr groß. Vor allem Stadtkinder finden den Lehrbienenstand ausgesprochen interessant“, erklärte der stellvertretende Museumsleiter Dr. Michael H. Faber.

Auf den Tag genau vor 30 Jahren, am 14. Juni 1981, wurde „mit großem Bahnhof“ der Lehrbienenstand eröffnet. Faber berichtet: „Mit Blasmusik und Landrat Josef Linden wurde er eingeweiht.“ Damals ebenfalls mit dabei waren Dr. Peter Klünter, Direktor der Landwirtschaftskammer Rheinland, Professor Dr. Drescher vom Bienenwissenschaftlichen Institut der Universität Bonn und ein Vorstandsmitglied des Deutscher Imkerbundes. „Es wurde schon damals besonderer Wert darauf gelegt, die gesamte Natur in die Darstellung einzubeziehen. Wir wollen den Besuchern ein möglichst umfassendes Bild des früheren Lebens zeigen“, erklärt Faber den museumspädagogischen Hintergrund.

Die Betreuung des Lehrbienenstandes haben seitdem die Bienenzüchter des Kreisimkerverbandes Euskirchen übernommen. Sie organisierten jedes Jahr Schulungslehrgänge, standen an Sonn- und Feiertagen interessierten Gästen für sachkundige Erklärungen zur Verfügung. Wegen personeller Engpässe war dies in den vergangenen Jahren etwas zurückgegangen, soll aber nun wiederbelebt werden.

Im Haus aus Altenburg in der Baugruppe Westerwald-Mittelrhein ist eine Ausstellung zur Geschichte des Bienenzucht zu sehen. Direkt hinter dem Haus findet sich ein historischer Bienenstand aus Birkenbeul und dahinter der Lehrbienenstand.
Die Bienenzüchter Johann Ludes (Billig), Norbert Tatura (Stotzheim) und Wilhelm Heiser (Iversheim) kümmern sich um die Pflege der zehn Völker mit jeweils rund 60.000 bis 80.000 Bienen, die im Freilichtmuseum beheimatet sind. „Alle neun Tage werden wir hier jeweils rund vier Stunden rund um die Bienen arbeiten“, so der Iversheimer Imker Wilhelm Heiser.

Nach Voranmeldung werden Schulklassen mit der ökologischen Bedeutung der Biene und Imkerei vertraut gemacht. Peter Adams wird die museumspädagogischen Aufgaben übernehmen. „Ich habe selber eine kleine Bienenzucht zuhause und kenne mich daher bestens aus.“ Außerdem will man den Bereich rund um die Bienen noch weiter ausbauen: „Wir planen einen Lehrbienenpfad und wollen mit dem Kreisverband aus dem Lehrbienenstand eine Art Schulungszentrum für Neueinsteiger in der Imkerei bieten“, erklärt Museumspädagoge Claus Cepok.

Auch in Sachen Nachwuchs gibt es im Kreisimkerverband Gutes zu berichten: „In den Ortsgruppen Münstereifel und Kall haben wir jede Menge Neuzugänge zu verzeichnen. Darunter auch junge Leute und vor allem Frauen“, freut sich Johann Ludes, Kassierer des Kreisverbandes, der selber seit 50 Jahre Imker ist. Er berichtete, dass in diesem Jahr die Bienen vier Woche früherer ausgeschwärmt seien als im Vorjahr. Auch auf die Milbe, die in den letzten Jahren ganze Völker vernichtet habe, ging der Bienenexperte ein: „Wir wissen, wie wir die Milbe zu bekämpfen haben, und wenn der Imker die Mittel richtig einsetzt, wird kein Bienenvolk sterben.“

Quelle: LVR-Freilichtmuseum Kommern

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