Energiewechsel

Meschede: Ein kopfschüttelndes „Ja“

Pressemeldung vom 14. Juni 2011, 13:59 Uhr

OGS-Betreuerinnen besuchten Workshop zu „Interkultureller Kompetenz“

Meschede. Andere Länder, anderes Essen. Andere Kulturen, andere Musik. Andere Religionen, andere Feste. Treffen sie aufeinander, fehlt manchmal das Verständnis für die Gebräuche des anderen, für Kopftuch und Schweinefleischverzicht. Um Unterschiede besser zu verstehen und Missverständnisse zu vermeiden, absolvierten die Betreuerinnen der Offenen Ganztagsgrundschulen (OGS) im Stadtgebiet jetzt mit Unterstützung des Fachbereichs Generationen, Bildung, Freizeit der Stadt Meschede und der Schader-Stiftung einen Workshop in „Interkultureller Kompetenz“ bei Dr. Yüksel Ekinci-Kocks von der TU Dortmund und Sozialpädagogin Christiana Kuhnert in der OGS der Mariengrundschule.

Im Alter von sechs Jahren kam sie nach Deutschland, mit 15 zog sie mit ihren Eltern zurück in die Türkei – heute lebt und arbeitet Yüksel Ekinci-Kocks in Dortmund. Sie kennt das Leben zwischen den Kulturen, Chancen und Probleme, die Angst der Eltern vor dem Verlust der kulturellen Identität. „Deshalb dürfen türkische Kinder sich zum Teil an Karneval nicht verkleiden, aus diesem Grund lassen die Eltern sie nicht auf Klassenfahrt fahren“, sagt die Pädagogin. „Viele Eltern wissen nicht, was Integration bedeutet – und wollen doch nur das Beste für ihr Kind.“ Dabei könnten schon kleine Gesten viel bewirken: „Gehen Sie auf die Eltern zu, suchen Sie das Gespräch mit ihnen. Weisen Sie sie persönlich auf den Elternsprechtag hin – das kann viel bewirken.“

Aufklärung beugt Missverständnissen vor: „In manchen Ländern ist es ein Zeichen des Zuhörens, dem anderen ins Wort zu fallen. Ein Kopfschütteln kann ein ,Ja‘ bedeuten und in einigen Kulturen ist Augenkontakt nicht üblich.“ Beobachtungen, die auch die OGS-Betreuerinnen bereits gemacht haben – allerdings werteten sie das Verhalten meist als unhöflich. „Ach, deshalb schaut das Kind mich nie an!“ „Ich habe mich schon gewundert, warum der Vater mir nie die Hand gibt!“, „Da gibt es noch viel zu lernen!“ – über andere Länder, andere Kulturen, andere Religionen.

Quelle: Stadt Meschede

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