Energiewechsel

Meschede: „Knöllchen“ per Handy

Pressemeldung vom 21. Juli 2011, 10:31 Uhr

Stadt
Meschede setzt neues System ein

Meschede. Ob der Blick aufs Wetter von morgen, die Nutzung als „elektronischer Wegweiser“ oder ganz einfach zum Spielen und Chatten – so genannte „Apps“ machen das Handy zu einem fast grenzenlosen „Multifunktionsgerät“. In Meschede werden seit kurzem auch „Knöllchen“ per Handy ausgestellt: Die Stadtverwaltung setzt für die Überwachung des ruhenden Straßenverkehrs ein neues System ein – und das funktioniert per Mobiltelefon.

Die Vorteile: Einfachere Handhabung, deutlich geringere Anschaffungskosten – „und vor allem sind die Daten viel schneller verfügbar“, erklärt Jochen Woelke, stv. Leiter des Fachbereichs Ordnung. Nötig wurde die Umstellung, weil die bislang genutzten Handgeräte immer fehleranfälliger wurden. Sie waren vier Jahre in Betrieb – „da haben Wind und Wetter natürlich Spuren hinterlassen.“ Während bislang die Politessen gleich mit vier Geräten – Handgerät, Drucker, Digitalkamera und Mobiltelefon – unterwegs waren, kommen sie nun mit Handy und Drucker aus. Zudem ist das Mobiltelefon wesentlich kleiner und leichter als das bisherige Handgerät.

Im „Falle eines Falles“ erfasst die Politesse nun die Daten per Handy-Programm; der Ausdruck der „Knolle“ erfolgt – wie bisher – über einen mobilen Drucker. Neu ist, dass der Verkehrsverstoß – samt einem Foto, das ebenfalls mit dem Handy aufgenommen wird – per Internet sofort an ein Rechenzentrum übertragen wird. „Dabei ordnet die Software das Foto sofort dem jeweiligen Fall zu“, erläutert Jochen Woelke. In Echtzeit stehen die Daten dann dem Fachbereich Ordnung im Mescheder Rathaus zur Verfügung. Bislang war diese Übertragung deutlich aufwändiger – die Fotos mussten nachträglich manuell „sortiert“ werden. Jochen Woelke: „Auskünfte bei Rückfragen oder Einwendungen konnten wir deshalb meist erst am nächsten Tag geben.“

Das ist ab sofort anders: „Viele Betroffene rufen direkt bei uns an oder kommen persönlich ins Rathaus, wenn sie eine ,Knolle‘ an ihrem Auto vorgefunden haben“, weiß Jochen Woelke. Oft werde Fehlverhalten persönlich gar nicht so wahrgenommen, so die Erfahrung des stv. Fachbereichsleiters – wenn man dann anhand der Fotos zeige, wo das Problem liegt, „kann man ganz anders mit den Leuten reden.“ Das sei durchaus auch „ein Stück mehr Service“. Letztlich sei nicht die Verwarnung das Ziel, sondern richtiges Verhalten im Straßenverkehr – „und wenn man darüber mit dem Bürger sprechen kann, ist das eine gute Sache.“

Auch die Anschaffungskosten sind durch die Umstellung deutlich gesunken. Für einen Austausch der früheren Handgeräte hätte die Stadt Meschede 4.000 Euro – pro Gerät – berappen müssen; „die Handys haben pro Stück 40 Euro gekostet“, berichtet Jochen Woelke. Und auch bei den Betriebskosten besteht praktisch kein Unterschied zur „Vorgänger-Version“. Die ersten Erfahrungen im Einsatz sind bei der Stadt Meschede sehr positiv – Jochen Woelke: „Es funktioniert tadellos.“ Und auch, wenn das neue Verfahren die „Knöllchen“ für deren Empfänger wohl kaum erfreulicher machen dürfte – letztlich liege es an jedem selbst, die ungeliebten Verwarnungen zu vermeiden: „Wir wollen keine Knöllchen ausstellen, wir wollen richtiges und sicheres Verhalten im Straßenverkehr.“

Quelle: Hochsauerlandwasser GmbH

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