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Minden: Das Jadeitbeil zieht weiter!

Pressemeldung vom 14. Juli 2016, 14:07 Uhr

Das zuletzt in Bonn ausgestellte Jadeitbeil aus der Sammlung des Mindener Museums wird nun vom 2. Juli 2016 bis zum 26. Februar 2017 in Detmold gezeigt. Detmold ist die vorletzte der drei Stationen der archäologischen Landesausstellung „REVOLUTIONjungSTEINZEIT“.

Das Beil wurde im Jahr 1931 im Ackerland bei Uphausen an der Nordseite des Wiehengebirges gefunden. Es war aufgrund seiner außergewöhnlichen Größe von 25,8 cm vermutlich weniger ein profanes Werkzeug als ein Gegenstand mit einer religiösen oder sozialen Funktion.

2015 wurde der frühere Leiter der Bielefelder Archäologie-Außenstelle des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, Dr. Daniel Bérenger auf das Beil aufmerksam. Er ließ das auffällig grüne Gestein mithilfe einer Farbskala zerstörungsfrei von Mitarbeitern des internationalen JADE-Forschungsprogramms untersuchen. Die Wissenschaftler konnten bestätigen, dass es sich um das noch heute wertvolle Material Jadeit vom Monte Viso bei Turin handelt. Das Material wurde in der Jungsteinzeit aufgrund seiner Zähigkeit und Härte zu Beilen verarbeitet. Die Bearbeitung war mühsam und zeitaufwendig. Der Transport des ursprünglich vom Monte Viso stammenden Gesteins bis nach Minden verdeutlicht, wie mobil die Menschen der Jungsteinzeit tatsächlich waren. Es belegt auch, dass die Menschen vor 12.000 Jahren über weite Strecken Handel betrieben.

Die Ausstellung „REVOLUTIONjungSTEINZEIT“ thematisiert den umwälzenden Umbruch vom Jäger und Sammler zum sesshaften Menschen. Erstmals werden in der großen Schau die Auswirkungen des enormen gesellschaftlichen Wandels, der sich in der Zeit von Ötzi und Stonehenge vollzog, brennenden Fragen und gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit gegenüber gestellt – von Überbevölkerung und Überschussproduktion bis hin zu Ernährung und Klimawandel. In einem zweiten Abschnitt widmet sich die Schau den bedeutendsten archäologischen Funden Nordrhein-Westfalens aus den vergangenen fünf Jahren, darunter der Sensationsfund des ältesten Waldes unserer Erde. Insgesamt rund 1.000 Objekte aus Museen, Sammlungen und Forschungseinrichtungen aus ganz Nordrhein-Westfalen, Deutschland und Europa, darunter eine Vielzahl noch nie zuvor ausgestellter Funde, machen dieses umfassende Ausstellungsprojekt zu einem einzigartigen überregionalen Ereignis. Die letzte Station der Ausstellung wird vom 3. Juni bis zum 22. Oktober 2017 im LWL-Museum für Archäologie, Westfälisches Landesmuseum Herne sein. Nähere Informationen unter http://www.revolution-jungsteinzeit.de/

Mindener Museum, Di.-So. 12-18 Uhr; Sonderöffnungszeiten für Gruppen. Weitere Infos unter www.mindenermuseum.de oder 0571 / 9724020 oder museum@minden.de.

Quelle: Stadt Minden

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