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Moers: Das Phänomen der Entfremdung und seiner Wurzeln

Pressemeldung vom 23. Februar 2015, 09:26 Uhr

Moers. (pst) Seit dem Aufkommen von Pegida ist von einem Abendland die Rede, das es gegen Islamisierung oder andere vermeintlich bedrohliche kulturelle Einflüsse zu verteidigen gelte. Doch schon früher wurden Orient und Okzident als unvereinbare Gegensätze wahrgenommen. Das passt aber nicht in die Zeit einer kulturell und ökonomisch immer enger zusammenwachsenden Welt und lässt die lange gemeinsame Geschichte außer Acht. Die Volkshochschule Moers – Kamp-Lintfort widmet sich im Rahmen des Semesterthemas „Osten“ in einer fünfteiligen Veranstaltungsreihe dem Phänomen der Entfremdung und seiner Wurzeln. In Vorträgen, Workshops und Kursen lenkt sie zudem den Blick auf die Geistes- und Religionsgeschichte. Hier hat man die Gegensätze ganz anders empfunden und Fremdes nicht als das grundsätzlich Andere wahrgenommen.

Anteil des Orients am aufgeklärten Abendland
Die Reihe beginnt am Donnerstag, 26. Februar, mit einem von Günter Semmler gehaltenen Vortrag über Geschichte und Erscheinungsformen des politischen Islam. Er erfuhr seinen Aufstieg auch durch die Erfahrungen mit dem europäischen Kolonialismus. Das Seminar „Das British Empire und die Welt von heute“ (ab 2. März) untersucht und diskutiert die Bedeutung des Islam für Ideen und Konflikte unserer Gegenwart. Dr. Sandra Wynands unterrichtete die Veranstaltung bereits an der Zayed Universität Dubai. Welchen Anteil der Orient an der Entwicklung der Idee eines säkularisierten und aufgeklärten „Abendlandes“ hatte, damit beschäftigt sich dreitägige Workshop „Ex Oriente Lux“ des Würzburger Sozialwissenschaftlers Götz Kolle (ab 21. März).

Einfluss antiker Sonnenkulte
Der vierte Baustein in der Programmreihe ist ein von der Kommunikationstrainerin Nancy Rienow geleiteter Selbsterfahrungs-Workshop zur kulturellen Sensibilisierung (13. Juni). Die Teilnehmenden erfahren anhand von Fallbeispielen und Übungen, „Eigenes“ und „Fremdes“ als Ausdruck kultureller Prägungen wahrzunehmen. Die an der Universität Bonn lehrende Religionswissenschaftlerin Dr. Celiné Grünhagen beendet mit ihrem Vortrag „Im Osten geht die Sonne auf“ die Veranstaltungsreihe. Sie wird nachzeichnen, welche Rolle der Osten als Himmelsrichtung in den vorchristlichen Religionen Europas spielte, und welchen Einfluss antike Sonnenkulte des Mittleren Osten auf die Entwicklung des Monotheismus hatten.

Quelle: Stadt Moers

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