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Moers: „Hexenwahn“ im Grafschafter Museum

Pressemeldung vom 24. Februar 2015, 08:38 Uhr

Moers. (pst) Rund um das Thema Hexenverfolgung und Aberglauben geht es zurzeit im Grafschafter Museum im Moerser Schloss. Bis 13. September ist die Sonderausstellung „Da selbsten ein Anfang zu brennen gemacht – Aberglaube und Hexenwahn am Niederrhein“ dort zu sehen. „Hexenverfolgung ist ein Phänomen der Frühen Neuzeit und nicht des ‚finsteren‘ Mittelalters“, erläutert Museumsleiterin Diana Finkele. Nachdem Heinrich Kramer 1486/87 seinen „Hexenhammer“ veröffentlicht hatte, loderten auch am Niederrhein die Scheiterhaufen. In der näheren Umgebung gab es zahlreiche Fälle, in denen vor allem Frauen der Hexerei bezichtigt wurden. Nicht wenig mussten dafür ihr Leben lassen.

„Werwolf“ wurde geköpft
An das Schicksal der Verfolgten und Getöteten erinnern in der Ausstellung Schattenfiguren aus Holz, bei denen das Schicksal der Frauen nachzulesen ist. In einem Bereich ist ein Schöffentribunal aufgebaut, in dem ausgewählte damalige Verhörprotokolle und -akten als Audiodateien zu hören sind. Auch originale und nachgebaute Folterinstrumente, die damals zur „peinlichen“ Befragung eingesetzt wurden, sind in der Ausstellung zu sehen. Die Grafschaft Moers blieb dank Graf Hermann von Neuenahrs kritischer Haltung zu den Hexenprozessen ab dem 16. Jahrhundert von dem Massenwahn weitgehend verschont. Glaubt man einem zeitgenössischen Flugblatt, soll es aber 1589 in seinem ehemaligen Herrschaftsbereich zu einer spektakulären Hinrichtung gekommen sein: Peter Stump stand im Verdacht, ein Werwolf zu sein. Dafür wurde er gefoltert, geköpft und verbrannt.

Hexenverfolgung als Geschäft
Der Fall steht zeitlich am Anfang einer zweiten großen Verfolgungswelle am Niederrhein. In dieser Zeit zogen sogenannte Hexenkommissare durch die Lande und verfolgten Menschen. Dabei waren zum Teil auch finanzielle Interessen im Spiel. Trotz der düsteren Geschehnisse hat die Ausstellung aber auch einen heiteren Teil: In einem Raum sind „Teufelsgeschichten aus der Grafschaft Moers“ nachzulesen. Unter anderem über das Welfonders Düvelschen – ein angeblicher Geist, der in recht derber Sprache seine Wünsche vorbringt. Auch niederrheinische Sagen, in denen der Teufel oft leer ausgeht, sind in der Ausstellung zu erleben. Sie findet statt im Rahmen des Mottojahres „himmelwärts“ des Museumsnetzwerks Niederrhein. Die Ausstellung wird unter anderem durch ein ausführliches Vortragsprogramm begleitet.

Quelle: Moers – Pressestelle

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