Energiewechsel

Olsberg: Windkraft – Stadt Olsberg will Potenziale „unter die Lupe“ nehmen

Pressemeldung vom 25. Juli 2011, 10:17 Uhr

Olsberg. Die Stadt Olsberg will Chancen und Potenziale der Windkraft im Stadtgebiet unter die Lupe nehmen. So soll das Rathaus ein schlüssiges Konzept erarbeiten lassen, um die planerischen Voraussetzungen für mögliche Windkraft-Konzentrationszonen zu schaffen. Das jedenfalls schlägt der Ausschuss Planen und Bauen einstimmig dem Stadtrat vor, der am Donnerstag, 21. Juli, eine endgültige Entscheidung treffen wird.

Hintergrund: Nach einem früheren Ratsbeschluss haben zwei Windkraft-Unternehmen das Stadtgebiet auf mögliche Flächen untersucht, die für Windräder in Frage kommen. Dabei, so erläuterten Markus Burghardt (Enercon) und Oliver Seidel (juwi) jetzt den Ausschussmitgliedern, sei es nicht nur um die Wirtschaftlichkeit – die so genannte „Windhöffigkeit“ – gegangen, sondern auch um Abstände zu Wohnbebauung und Naturschutzgebieten, die ökologische Wertigkeit sowie die Größe der Flächen. Ergebnis: Insgesamt fünf Bereiche im Stadtgebiet könnten für eine Windkraft-Nutzung weiter analysiert werden.

Dabei, so die beiden Fachleute, sei auch der neue Windenergie-Erlass der Landesregierung mit berücksichtig worden. Der sagt unter anderem aus, dass auch im Wald Konzentrationszonen ausgewiesen werden können, wenn außerhalb keine geeigneten Flächen zur Verfügung stehen. Eben das, so unterstrich Hubertus Schulte, Leiter des Fachbereichs Bauen und Stadtentwicklung, sei in Olsberg der Fall: „Entsprechende landwirtschaftliche Flächen sind im Stadtgebiet kaum vorhanden.“

Zentrale Aussage der jetzigen Untersuchung sei, dass es trotzdem Forst- und Windwurf-Flächen gebe, die für Windenergie in Frage kommen. Das betreffe nicht nur den rechtlichen Rahmen, sondern zudem die technische Erschließung: „Man muss die Anlagen ja auch in den Wald bringen und an das Stromnetz anschließen können.“ Die Untersuchung ersetze außerdem nicht, „dass sich die Stadt Olsberg intensiv mit jeder Fläche beschäftigt“, so Hubertus Schulte: „Mögliche Konzentrationszonen, in denen Windkraftanlagen errichtet werden könnten, werden nur einen Bruchteil der Gebiete ausmachen, die jetzt ermittelt worden sind.“

Man müsse das Thema „zügig, aber behutsam“ angehen, mahnte Bürgermeister Wolfgang Fischer – erst am Ende des Prozesses könnten dann Gespräche mit potenziellen Investoren und Grundstücksbesitzern stehen.“ Wichtig sei es, Bürgerinnen und Bürgern die Chance zu geben, sich an möglichen Windenergie-Projekten zu beteiligen. Das gelte übrigens auch für die Stadt Olsberg selbst – man könne an dieser Stelle finanziell „bei mehr als nur der Gewerbesteuer“ profitieren. Letztlich sei es aber eine politische Frage, ob und wo es Windkraftanlagen im Stadtgebiet geben werde – Wolfgang Fischer: „Das entscheidet der Rat der Stadt Olsberg.“

Wann denn die ersten Windräder auf den Höhen über Olsberg stehen könnten, sei aber noch völlig offen. Man stehe erst am Anfang eines langen Prozesses, so Bürgermeister Fischer – er prognostizierte: „2012 wird sich bestimmt noch kein Windrad bei uns drehen.“ Die Windkraft sei aber ein wichtiger Bestandteil der Erneuerbaren Energien: „Für den heimischen Raum ist das ein echtes Zukunftsthema.“

Quelle: Hochsauerlandwasser GmbH

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