Energiewechsel

Willich: Runder Tisch

Pressemeldung vom 10. Februar 2017, 13:43 Uhr

Am 26.01. fand in der Feuer- und Rettungswache der erste Runde Tisch des Forschungsprojektes KOPHIS statt.

Hintergrund des Projektes ist, dass viele Menschen auch bei Pflege- und Unterstützungsbedarf so lange wie möglich in ihrer eigenen Häuslichkeit leben möchten. Doch was ist mit diesen Menschen, wenn es zu einer außergewöhnlichen Krisen- oder Katastrophensituation kommt?

Diese Frage stellten sich die 25 Teilnehmer aus den unterschiedlichen Bereichen in der Stadt Willich (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, Pflegedienste sowie zivilgesellschaftliche Netzwerke) gemeinsam mit dem Projektkonsortium. Die Beigeordnete Frau Brigitte Schwerdtfeger, zuständige für den Fachbereich Freizeit Familie und Sicherheit eröffnete die Veranstaltung mit dem Wunsch einer guten Vernetzung zwischen den Teilnehmern. Dieser Wunsch wurde durch angeregte Diskussionen sowohl in einzelnen Arbeitsgruppen, als auch im Plenum erfüllt.

Teilnehmer waren Vertreter der Stadt Willich und des Kreises Viersen aus den Bereichen Soziales und Sicherheit und Ordnung, Vertreter der der mobilen und stationären Pflege, sowie dem Katastrophenschutz und vielen Vertretern der zahlreichen zivilgesellschaftlichen Netzwerke die es in Willich gibt. Hierzu zählen zahlreiche Begegnungsstätten, private Altenhilfevereine und ähnliche. Ziel der Veranstaltung war es, die vielen unterschiedlichen Akteure die mit der Zielgruppe des Projektes, den Pflege- und Hilfsbedürftigen, in Kontakt sind untereinander zu vernetzen und mögliche Ansätze für die Stärkung der Selbsthilfefähigkeit der Zielgruppe im Katastrophenfall zu erörtern.

Allerdings geht es bei der Stärkung der Zielgruppe der Pflege- und Hilfsbedürftigen nicht in erster Linie um die Stärkung individueller Resilienz. Denn diese Personengruppe ist bereits im Alltag auf Unterstützung angewiesen. Vielmehr ist ihre Resilienz durch die Einbeziehung des persönlichen und sozialen Umfeldes zu stärken. Hier knüpft das Forschungsprojekt KOPHIS an. KOPHIS zielt auf eine Stärkung der Resilienz der pflege- und hilfebedürftigen Menschen und ihrer Angehörigen durch die Einbindung von Akteuren aus dem Sozialraum. Hierzu zählen neben den Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben auch die Pflegedienste sowie zivilgesellschaftliche Akteure, wie zum Beispiel Nachbarschaftsinitiativen, Seniorentreffs, Vereine oder religiöse Gemeinschaften. KOPHIS fördert in der Modellregion Willich die Sensibilisierung für das Thema sowie die Einbeziehung und den Austausch dieser Akteure mit Hilfe der Durchführung von „Runden Tischen“. Insgesamt sind 3 Runde Tische in der Projektlaufzeit geplant. Ziel ist, dass auch nach der Projektlaufzeit diese Gespräche fortgesetzt werden und alle Beteiligten von dieser intensivierten Kommunikation profitieren. Dabei soll es auch darum gehen, die während des Projektes erzielten Ergebnisse kontinuierlich zu verbessern bzw. anzupassen.

Zudem werden im Rahmen von KOPHIS drei „Dialogforen“ in Willich durchgeführt. Hier werden Pflege- und Hilfsbedürftige und ihre Angehörigen eingeladen, um sie für das Thema zu sensibilisieren und ihre Erfahrungen, Bedürfnisse und Wünsche für außergewöhnliche Krisensituationen zu ermitteln. Diesem Ansatz liegt die Annahme zugrunde, dass die Einbeziehung, die Kommunikation über potentielle Risiken und die gemeinsame Erarbeitungen geeigneter Lösungen bereits einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung der Resilienz dieser Zielgruppe liefert. Das erste Dialogforum wird am 07.03.2017 in der Begegnungsstätte des DRK in Anrath stattfinden.

Schließlich werden im Rahmen von KOPHIS auf Basis von Interviews sowie der Erkenntnisse aus den Runden Tischen und Dialogforen Hilfsmaterialien für die Zielgruppe, Schulungskonzepte für Angehörige sowie ein Manual für professionelle Pflegekräfte zur Verbesserung der Pflegemöglichkeiten im Katastrophenfall erarbeitet.

Projektkonsortium Das Verbundprojekt wird im Rahmen des Programms „Zivile Sicherheit“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Unter Leitung des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) sind die Katastrophen-forschungsstelle (KFS) der Freien Universität Berlin, das Institut für Arbeits-wissenschaft und Technologiemanagement (IAT) der Universität Stuttgart, das Internationale Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) der Universität Tübingen sowie das Zentrum für Telemedizin (ZTM) Bad Kissingen GmbH beteiligt.

Quelle: Stadt Willich

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